DOOM Captcha (Bild: Guillermo Rauch, id Software / Screenshot: 4M - Männermagazin)

DOOM-tastisch: Dieses CAPTCHA schickt dich in die Hölle

Drei Dämonen statt drei Ampeln: Das DOOM-CAPTCHA macht den Bot-Test zum brutalen Geduldsspiel. Lustige Idee oder ein digitaler Türsteher aus der Hölle?

Ein gamifizierter „Bist du ein Mensch?“-Test

Eigentlich wolltest du bloß in einem Onlineshop stöbern. In einem Blog einen Kommentar posten. Oder ein Passwort zurücksetzen. Nichts Wildes. Dann erscheint dieses kleine Fenster, in dem du beweisen sollst, dass du ein Mensch bist.

Klicke alle Ampeln an, lautet die Mission.

Klingt einfach. Aber da ist eine halbe Ampel am Bildrand. Zählt die mit? Keine Ahnung. Du klickst sie an. Falsch. Nächste Runde: Motorräder. Auf einem Foto steht ein Mofa hinter einem Lieferwagen. Anklicken oder nicht?

Nach drei misslungenen Versuchen zweifelst du an dir selbst. Bist du wirklich zu dumm, um diesen simplen Test zu bestehen? Ist das CAPTCHA lösbar? Bist du überhaupt ein Mensch?

Genau hier setzt ein besonderes Projekt an. Statt dich nach Bikes, Bussen oder Hydranten suchen zu lassen, wirft es dich direkt in DOOM. Ja, genau, in den weltbekannten Ego-Shooter. Allerdings nicht in die Vollversion, sondern in eine extrem abgespeckte Variante des Kult-Spiels. Diese dient als CAPTCHA-Ersatz.

Eine gute Idee?

Was bietet das Doom-CAPTCHA?

Das Projekt stammt von Guillermo Rauch, dem Chef einer Firma für Cloud- und Webentwicklung. Bereits Ende 2024 präsentierte er eine CAPTCHA-Version, in der eine stark reduzierte Ausgabe von DOOM direkt im Browser läuft.

Deine Aufgabe beim DOOM-CAPTCHA wirkt klar und verständlich: Minigame starten, drei Gegner erledigen, Menschsein bestätigt. Sind alle geforderten Monster erledigt, regnet es digitales Konfetti und das CAPTCHA meldet Vollzug.

Das klingt nach einem Mega-Spaß und einer leicht zu erledigenden Aufgabe, oder?

Das härteste CAPTCHA der Welt

Guillermo Rauch ist ein Fiesling. Der Entwickler hat die kompakte Ballerei nicht auf „leicht“ gestellt, damit auch Onkel Rüdiger mit zwei Fingern und Lesebrille durchkommt. Das DOOM-CAPTCHA läuft auf „Nightmare!“, der höchsten regulären Schwierigkeitsstufe des Spiele-Klassikers.

Zusätzlich sorgt die Einstellung „fast“ – also „schnell“ – dafür, dass sich Gegner wieselflink bewegen und angreifen. Nur wenige Treffer lassen dich bzw. deinen virtuellen Charakter ordentlich Staub fressen. Das Game Over kommt also innerhalb weniger Sekunden.

Eine weitere Gemeinheit ist die Steuerung: DOOM-CAPTCHA wird mit den Pfeiltasten gesteuert, deine viel zu schwache Knarre feuerst du mit der Leertaste ab. Was im Jahr 1993 völlig normal wirkte, fühlt sich heute ungefähr so elegant an wie Einparken mit verbundenen Augen.

Dazu kommt noch: Seitwärts ausweichen? Gibt’s nicht! Selbst geübte Ego-Shooter-Fans müssen sich auf einige frustrierte Versuche einstellen. Zudem zählte das Baller-CAPTACH bei unserem Test die Abschüsse teilweise nicht richtig.

Der „Ist ja cool“-Moment verfliegt schnell

Die ersten Sekunden sind großartig. DOOM als CAPTCHA – wie herrlich bescheuert. Wie cool. Wie kultig. Was für eine tolle Idee!

Dann stirbst du. Dann noch einmal. Und dann wieder und wieder und wieder.

Spätestens nach dem fünften Versuch passiert etwas Interessantes: Das angeblich so innovative CAPTCHA nervt stärker als das nervenzehrende Original. Aaaaaaaaargh!

Glaubst du nicht? Dann probiere das DOOM-CAPTCHA auf dieser Website selbst aus: https://doom-captcha.vercel.app/

Game Over im DOOM Captcha (Bild: Guillermo Rauch, id Software / Screenshot: 4M - Männermagazin)
Das DOOM-CAPTACH ist bockschwer. Nichts für Anfänger. Selbst DOOM-Veteranen brauchen einige Anläufe, um die Herausforderung zu meistern.

Wie schafft man das Ego-Shooter-CAPTCHA?

Wir haben das Pseudo-Game mehrfach gespielt. Sind zigfach gestorben. Haben zahlreiche Male geflucht. Doch irgendwann verstanden wir, wie man das DOOM-CAPTCHA recht schnell lösen kann.

Das geht so:

✅ Sofort vorrennen und schießen – das ist die schlechteste Idee beim DOOM-CAPTCHA. Besser ist es, sich ganz links an die Wand zu pressen, wo dich die Feuerbälle der Imps nicht treffen können.

✅ Dann gibst du einen Schuss ab. Der lässt die mutierten Space Marines loslaufen. Diese kannst du dann recht einfach aus der Ferne abschießen.

✅ Wenn dir dabei die Munition ausgeht, solltest du ein paar Schritte nach hinten machen. Hier liegt ein Ammo-Pack. Rechts von dir liegt zwar auch Ammo, doch dann kommst du wieder ins Schussfeld der Imps.

Dieses Video zeigt dir, wie das Ganze quasi live funktioniert:

Kommt das Ding irgendwo zum Einsatz?

Das DOOM-CAPTCHA ist nach aktuellem Stand vor allem eine technische Demo sowie ein Spaß- und Lernprojekt. Auf der offiziellen Seite wird es ausdrücklich als Anwendung für Bildungs- und Unterhaltungszwecke beschrieben. Es gibt keinen belastbaren Hinweis darauf, dass ein größerer Onlineshop, eine Bank, ein Forum oder ein anderer bekannter Dienst seine Besucher regelmäßig durch  den frustrierenden DOOM-Test schickt.

Ein Nutzer berichtete zwar auf GitHub, er habe das Projekt in eine einfache Test-Webseite eingebaut. Gleichzeitig räumte er ein, dass sich seine Umsetzung leicht umgehen lasse, weil wichtige Schutzmechanismen fehlen.

Damit lautet die nüchterne Antwort: Ja, du kannst das DOOM-CAPTACHA auf deiner Homepage einbauen. Ein ernsthafte Schutzlösung ist es derzeit aber nicht.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

DOOM statt Ampeln. Das Konzept klingt klasse. Endlich ein CAPTCHA mit Charakter! Dann spielt man es selbst … und ist frustriert.

Daher: Guillermo Rauch revolutioniert mit seiner Entwicklung leider nicht die Welt der nervigen „Bist du ein Mensch=“-Abfragen. Schade, schade, schade.

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Bilder: Guillermo Rauch, id Software / Screenshots: 4M – Männermagazin

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