Du willst einen Parkschein lösen, aber der Automat ist kaputt? Ein Grund zur Freude? Oder eher ein kritischer Moment?
Endlich ein Parkplatz. Und dann …
Du findest mitten in der Stadt tatsächlich eine freie Parklücke. Rein mit der Karre, Motor aus, Münzen raus. Dann stehst du vor dem Parkscheinautomaten und das Ding macht exakt … gar nichts.
Display schwarz. Die Münzen fallen durch. Und die EC-Karte wird abgelehnt. Herrlich. Nicht!
„Juchu, kostenlos parken“, denkst du dir. „Wenn die Stadt kein Geld von mir annehmen kann, ist das ja wohl ihr Problem!“
Stop! Ganz so einfach ist es leider nicht. Vor allem nicht, wenn du in Österreich, in der Schweiz oder in Deutschland unterwegs bist. Denn die Kommunen in den Ländern gehen mit defekten Parkautomaten ziemlich unterschiedlich um.
Was ist mit der 150-Meter-Regel?
Kommen wir zuerst zu einem modernen Mythos. Einer, der nur halb war ist. Was wir meinen? Häufig wird behauptet, du müsstest bei einem kaputten Parkscheinautomaten zuerst in einem Radius von ungefähr 150 Metern nach einem anderen Gerät suchen.
Aber: In der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) gibt es zum Beispiel keine 150-Meter-Regel! Automobilclubs und manche kommunalen Stellen – unter anderem in der Schweiz – betrachten allerdings diese Strecke als zumutbaren Richtwert. Das bedeutet: Schau dich vernünftig um! Steht wenige Häuser weiter sichtbar ein funktionierender Automat für dieselbe Parkzone, geh hin. Darüber vor Gericht philosophieren zu müssen, ob 137 oder 163 Meter zumutbar waren, ist eine ziemlich schlechte Freizeitbeschäftigung.
Und mach sicherheitshalber ein Foto vom defekten Automaten samt Automatennummer und Störungsmeldung. Kostet zehn Sekunden und kann später Gold wert sein.

Deutschland: Eine Parkscheibe kann dich retten
Wenn der Parkschein-Automat streikt, gibt es für diesen Fall in Deutschland eine angenehm konkrete Regel. Nach §13 der StVO darfst du bei einer nicht funktionsfähigen Parkuhr oder einem defekten Parkscheinautomaten bis zur angegebenen Höchstparkdauer parken.
Aber: Dafür musst du eine korrekt eingestellte Parkscheibe sichtbar ins Auto legen. Ein Zettel mit „Automat kaputt“ reicht dagegen nicht. Auch ein besonders kunstvoll gemaltes Ausrufezeichen macht daraus keine Parkscheibe.
Die Parkscheibe stellst du in Deutschland auf den nächsten Strich der halben Stunde. Kommst du beispielsweise um 14:17 Uhr an, stellst du 14:30 Uhr ein. Und wenn auf dem Parkplatz höchstens zwei Stunden erlaubt sind, bleiben es zwei Stunden. Der kaputte Automat verwandelt den Stellplatz nicht in einen Dauerparkplatz.
Was gilt in Österreich?
In Österreich solltest du die deutsche Parkscheiben-Regel nicht einfach übernehmen! Für gebührenpflichtiges Parken spielen Landes- und Gemeinderegelungen eine große Rolle. Eine bundesweit identische „Automat kaputt, Parkscheibe rein, kostenlos parken“-Lösung gibt es so nicht.
Wie streng das werden kann, zeigt eine Entscheidung aus dem Burgenland: Dort war ein Parkscheinautomat defekt, aber ungefähr 50 Meter entfernt stand ein weiterer funktionierender Automat. Das Gericht hielt es für zumutbar, diesen zu benutzen. Ein Zettel hinter der Windschutzscheibe half dem Fahrer nicht.
Doch: Die Regel kann ein paar Orte weiter schon anders aussehen. Saalfelden teilte beispielsweise mit, dass bei einem dokumentierten technischen Ausfall von einer Strafe abgesehen wird. Schwechat erlaubte während eines größeren Automatenausfalls sogar ausdrücklich, die Ankunftszeit mit Parkuhr oder handschriftlicher Notiz sichtbar zu machen. Und so weiter und so fort…
Deshalb gilt in Österreich: Hinweise auf dem Automaten lesen, nach einem weiteren Gerät schauen und im Zweifel die angegebene Störungshotline anrufen. Du kannst auch gerne die Sache mit der Parkscheibe umsetzen. Doch dann brauchst du ein spezielles Modell – ansonsten kann es saftige Strafen regnen!

Schweiz: Bloß nicht auf „gratis“ wetten!
In der Schweiz solltest du bei einer defekten Parkuhr besonders vorsichtig sein. Das Signal „Parkieren gegen Gebühr“ bedeutet grundsätzlich, dass nach den an der Parkuhr angegebenen Bedingungen bezahlt werden muss. Eine bundesweit klare Ausnahmeregel wie in der deutschen Straßenverkehrsordnung gibt es für den Defekt nicht.
Schweizer Behörden empfehlen deshalb für den Notfall, das kaputte Gerät bei der Polizei oder der auf der Parkuhr genannten Stelle zu melden. Ein sichtbarer Hinweis im Fahrzeug und gegebenenfalls eine korrekt eingestellte Parkscheibe können zusätzlich dokumentieren, wann du angekommen bist. Das ist aber kein universeller Freifahrtschein!
Vorsicht mit elektronischen Parkscheiben: Das Schweizer Bundesamt für Straßen weist darauf hin, dass solche digitalen Lösungen im schweizerischen Recht nicht vorgesehen sind. Nimm die normale blaue Scheibe. Oldschool gewinnt also.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Ein defekter Parkscheinautomat ist kein Lottogewinn mit Kennzeichen. In Deutschland hast du mit Parkscheibe und eingehaltenem Zeitlimit eine ziemlich klare Rückfallebene. Österreich verlangt mehr Aufmerksamkeit für die örtlichen Regeln. Und in der Schweiz solltest du lieber einmal zu viel nach einer Alternative suchen als einmal zu wenig.
Unterm Strich bedeutet das: Wenn du für deinen Auto-Parkplatz nicht bezahlen kannst, ist das nicht automatisch ein Freifahrtschein. Du musst dich zuerst um Alternativen bemühen, ansonsten riskierst du einen Strafzettel.
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Bilder: Magnific AI















