Mann vor seinem Bunker (Bild: Magnific AI)

Ein eigener Bunker im Garten: Darfst du einfach losbuddeln?

Du willst für Krisen und Kriege vorsorgen? Wie wäre es mit einem eigenen Bunker hinterm Haus? Ist das eigentlich legal? 

Erst Gartenhaus, dann Weltuntergang?

Dein Garten ist voll mit Werkzeugen. Zudem hast du dein Rosenbeet umgegraben. Dein Nachbar schaut misstrauisch über die Hecke. Er fragt dich, was du machst. Du sagst: „Ach, nichts Besonderes. Nur ein kleiner Bunker.“

Klingt verrückt? Ganz so abwegig ist die Sache inzwischen aber nicht mehr. Deutschland beschäftigt sich zum Beispiel wieder deutlich intensiver mit Schutzräumen.

Bis 2029 sollen zehn Milliarden Euro in den Bevölkerungsschutz fließen, außerdem wird an einem neuen Schutzraumkonzept gearbeitet. Der Hintergrund: Von ehemals rund 2.000 öffentlichen Schutzräumen existieren in der Bundesrepublik nur noch 580 Anlagen. Einsatzbereit sind sie derzeit jedoch nicht.

Da kommt die naheliegende Frage auf: Wenn der Staat seine Schutzräume erst wieder flottmachen muss, darfst du dir auf deinem eigenen Grundstück nicht einfach selbst einen bauen? Besonders wenn du Angst hast, dass wie in Far Cry – New Dawn die Apokalypse eintreten könnte?

Mann steigt in seinen selbst gebauten Bunker (Bild: Magnific AI)
Übers Blumenbeet in den Schutzraum – so stellen sich viele Männer ihren persönlichen Bunker vor. Du auch?

Ein privater Bunker ist nicht verboten

Wie sieht die Rechtslage aus, beispielsweise in Deutschland? Ein generelles Verbot für private Schutzräume gibt es nicht. Als Grundstückseigentümer kannst du also auch einen unterirdischen Bunker auf deinem Grundstück errichten.

Nur gehört dir mit dem Grundstück leider nicht automatisch auch ein kleines gesetzloses Königreich bis zum Erdkern. Denn: Baurechtlich ist ein Bunker eine bauliche Anlage. Ob du dafür eine Baugenehmigung brauchst und welche Vorgaben gelten, hängt unter anderem von deinem Bundesland, der Größe und Bauweise des Schutzraums sowie vom örtlichen Baurecht ab.

Auch die Tatsache, dass das Ding unter der Erde verschwindet, macht es nicht automatisch genehmigungsfrei. Bebauungspläne können eine Rolle spielen. Ebenso vorgeschriebene Abstände zu den Grundstücksgrenzen und weitere örtliche Regeln.

Der sinnvollste erste Schritt ist deshalb ziemlich unspektakulär: Frage das Bauamt! Das klingt nicht besonders heldenhaft. Aber deutlich besser, als erst ein Loch von der Größe eines Swimmingpools zu graben und anschließend Post von der Behörde zu bekommen.

Container in einen Garten herabgelassen wird (Bild: Magnific AI)
Ist ein eingebuddelter Container ein günstiger Bunker-Ersatz? Nö!

Seecontainer eingraben? Ganz schlechte Idee

OK, einen Bunker ins Blumenbeet zu setzen, könnte rechtlich aufwändig werden. Eine neue Idee muss her! Gebrauchten Seecontainer kaufen, Loch graben, Container rein, Erde drauf, Fertig. Klasse, oder?

Nö! Gewöhnliche Seecontainer sind in der Regel nicht dafür konstruiert, dauerhaft hohen seitlichen Erddruck auszuhalten. Genau dieser Druck wirkt aber auf einen unterirdisch eingebauten Container.

Ein Schutzraum unter der Erde ist deshalb keine bessere Gartenlaube, sondern ein ernst zu nehmendes Bauwerk! Berücksichtigt werden müssen unter anderem die Statik, Grund- und Sickerwasser, die Belüftung und geeignete Fluchtmöglichkeiten.

Je nachdem, wovor der Raum tatsächlich schützen soll, kommen noch eine unabhängige Stromversorgung, Wasser und spezielle Luftfilter dazu. Spätestens jetzt wird aus „Da buddeln wir am Samstag mal was“ ein Projekt, für das du Fachleute löchern und engagieren solltest.

Mann steigt in seinen Bunker (Bild: Magnific AI)
Ein Bunker ist mehr als ein großes, betoniertes Erdloch! Du brauchst hier eine komplette Infrastruktur, zum Beispiel Strom, Licht, Wasser, Luft, Filter und so weiter. Das unterschätzen viele Hobby-Bunkerbauer.

Unter deinem Rasen liegt schon genug Zeugs

Bevor überhaupt Erde bewegt wird, solltest du außerdem wissen, was bereits durch dein Grundstück läuft. Stromleitungen. Wasser. Gas. Telekommunikation.

Mit schwerem Gerät auf gut Glück herum zu graben, kann aus deiner Bunkervorbereitung sehr schnell ein sehr kritisches Infrastrukturproblem machen. Oder willst du es riskieren, dass wegen deinem privaten Projekt die ganze Nachbarschaft ohne Strom und Frischwasser leben muss?

Auch der Grundwasserspiegel spielt eine wichtige Rolle. Liegt er hoch, kann ein unterirdisches Bauwerk erheblich aufwendiger werden. Ein Bunker braucht schließlich wenig, wenn das Regenwasser nach dem ersten ordentlichen Schauer schon einmal zur Einweihung vorbeikommt.

Mann im Bunker (Bild: Magnific AI)
So „romantisch“ stellen sich viele Prepper einen eigenen Bunker vor. Die Realität sieht aber ganz anders aus.

Was kostet eigentlich ein Gartenbunker?

Jetzt kommt der Teil, bei dem sich die meisten Bunkerfantasien schnell verabschieden. Denn: Professionelle Schutzräume sind teuer. Ein Anbieter führt beispielsweise einen kompakten Fertigbunker aus Stahlbeton für sechs Personen mit 5,4 Quadratmetern Nutzfläche für 75.000 Euro.

5,4 Quadratmeter. Für sechs Personen. Gemütlich ist was anderes!

Ein größerer, nachträglich im Garten errichteter Schutzraum kann dagegen mehr als 100.000 Euro kosten. Wie teuer es am Ende tatsächlich wird, hängt stark von Größe, Ausstattung und den Bedingungen auf dem jeweiligen Grundstück ab.

Damit reden wir nicht mehr über einen besonders ambitionierten Heimwerker-Umbau. Wir reden über den Gegenwert eines ziemlich ordentlichen Autos. Oder mehrerer ziemlich ordentlicher Gebrauchtwagen.

Mann in einem Keller als Ersatzbunker / Schutzraum (Bild: Magnific AI)
Hast du schon einmal darüber nachgedacht, deinen Keller zum Schutzraum umzugestalten?

Vielleicht hast du schon einen Bunker-Ersatz?

Du willst dich und deine Familie schützen? Dann brauchst du für viele Fälle kein XXL-Erdloch und keinen sündhaft teuren Bunker! Ein guter Keller ist ein valider Ersatz. Ja, wirklich!

Auch bei den aktuellen Schutzraumplanungen des Bundes spielen bestehende Keller und andere geeignete Räume eine Rolle. Für viele Hausbesitzer dürfte das die deutlich realistischere Lösung sein.

Warum? Ein innenliegender Kellerraum mit möglichst wenigen Öffnungen nach außen bietet bereits einen gewissen Schutz. Je nach gewünschter Nutzung können Fenster und andere Öffnungen zusätzlich gesichert werden. Außerdem lassen sich dort Vorräte, Trinkwasser, Beleuchtung, ein Radio und eine alternative Stromversorgung bereithalten.

Das kostet ebenfalls Geld und braucht Planung. Es ist aber eine völlig andere Liga als ein kompletter Neubau unter dem Rosenbeet.

Mann beim Bunkerbau (Bild: Magnific AI)
Einen eigenen Bunker zu bauen ist ein Mega-Projekt. Eines, das die Wenigsten wirklich schaffen.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Dein eigener Bunker im Garten ist kein verbotener Fiebertraum. Bauen darfst du so ein Ding theoretisch schon. Blöd nur, dass zwischen deiner apokalyptischen Fantasie und dem fertigen Betonloch noch Baurecht, Statik, Grundwasser, Belüftung und eine Rechnung warten, bei der dir vermutlich kurz selbst die Luft wegbleibt.

Wenn du also ein normales Eigenheim besitzt und nicht gerade darauf hoffst, nach dem Zusammenbruch der Zivilisation zum König deiner Nachbarschaft aufzusteigen, ist die langweilige Lösung meistens die vernünftigere. Prüf also deinen Keller! Bereite ihn sinnvoll vor. Denn echte Vorsorge muss nicht aussehen wie der geheime Rückzugsort eines James-Bond-Bösewichts.

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Bilder: Magnific AI

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