Frustrierter Quake-Spieler (Bild: Bethesda / Magnific AI / Google Gemini)

Quake – Dawn of the Machine im Test: Wir hassen es!

Dieses Game ist sehr faszinierend und extrem frustrierend zugleich. Ein Achterbahn-Trip der Gefühle. Eine Mischung aus Kreativität und Wahnsinn. Ein echter Zeit-Verschwender. Mehr dazu in diesem Test.

Wie gut ist Quake – Dawn of the Machine?

Na, bist du auch im letzten Jahrtausend groß geworden? Hast du jede Extra-Mark ausgegeben, um deinen Computer aufzurüsten, damit er die neuesten Grafikeffekte flüssig darstellen konnte? Dann hast du sicherlich zuerst DOOM und später Quake gezockt, oder? Zu Letzterem ist kürzlich mit Dawn of the Machine ein Gratis-Addon erschienen.

Ja, wirklich! Quake bekam eine kostenlose Erweiterung. Aber nur, wenn das Original auf deiner PC- oder Konsolen-Festplatte verweilt. Wenn nicht, musst du rund 10 Euro ausgeben. Dann erhältst du das Kult-Game plus alle bisherigen Addons plus das brandneue Dawn of the Machine.

Lohnt sich die Ausgabe? Lohnt es sich, 2026 nochmals Quake anzuschmeißen? Lohnt es sich, Dawn of the Machine anzuschauen? Unser schnelles Fazit lautet: Jein. Denn die neue Erweiterung zieht dich schnell in ihren Bann, um dich dann richtig zu nerven. Warum? Das erfährst du in den folgenden Zeilen.

Quake - Dawn of the Machine (Bild: Bethesda)
In Quake – Dawn of the Machine gibt es mehrere Levels, die in Burgen und Festungen spielen.

Ein Verwirrspiel aus Gängen

“Wo muss ich hin? Rechts oder links? Oder nach oben? Ist das da vorne ein Schalter oder nur Deko? War der Durchgang vorhin schon da? Warum ist es hier so dunkel? Warte … hier war ich schon einmal oder? Oder ist das nur ein Parallelgang? Nein … doch … Aaaaaaah!”

Solche Gedanken wirst du ständig haben, wenn du Dawn of the Machine zockst. Es wiederholt in Reinkultur das, was an Quake schon immer gestört hat: Alles sieht ziemlich schnell ziemlich ähnlich aus. Das liegt einerseits an der Farbgestaltung. Alle Level sind wie eh und je in einen Matsch aus Braun und Grau getaucht.

Selbst die meisten Gegner kommen mit dieser reduzierten Farbpalette daher. Ja, das hat Style. Den bekannten Quake-Style. Aber dein Auge ist schnell gelangweilt. Obwohl sich die Designer bei Dawn of the Machine eigentlich sehr viel Mühe gegeben haben.

Quake - Dawn of the Machine (Bild: Bethesda)
Hier sind ein paar grüne Pflanzen zu sehen. Sehr ungewöhnlich für Dawn of the Machine! Meistens ist alles im gleichen, düsteren Einheits-Farbton gehalten.

Fantastische und zugleich nervige Levels

Das neueste Quake-Addon punktet mit sehr kreativen Umgebungen. Es gibt zum Beispiel riesige Burgen, gigantische Lava-Hallen, enge Raumschiff-artige Gänge, Konstruktionen wie Aquädukte, bizarre Häuser. Sehr kreativ. Kolossal. Beeindruckend. Aber extrem verwirrend.

Die Kulissen sehen spannend aus. Jedes hat ein gewisses Thema. Aber die “Streckenführung” macht überhaupt keinen Sinn. Nehmen wir als Beispiel das erste Level, das in einer Burg spielt. Die Festung fällt wahnsinnig groß und extrem verwinkelt aus. “Ach, jetzt gehe ich über den Hof, dann den Turm hoch, dann komme ich schon zum Ziel” – diese logische Denkweise bringt dir nichts. Denn die Architektur folgt keiner nachvollziehbaren Logik! Die Burg wirkt wie eine Burg, doch im Großen und Ganzen ist sie eine Aneinanderreihung von abstrus gestalteten Abschnitten.

Im gesamten Addon erwartet dich ein Verwirrspiel aus dunklen, verwinkelten Gängen, großen Korridoren, unzähligen Abzweigungen, verschlossenen Türen und Sackgassen. Dazu kommt, dass du Schlüssel suchen und Schalter aktivieren musst, um in neue Abschnitte zu gelangen. Doch diese liegen kilometerweit auseinander. Hilfen? Gibt es nicht! Eine Karte? Gibt es ebenfalls nicht! Du musst dir alles merken. Oder nach dem Prinzip “Trial & Error” vorgehen und minutenlang alle Korridore zigfach abgehen, um per Zufall die richtige Abzweigung zu nehmen.

Quake - Dawn of the Machine (Bild: Bethesda)
Dieses „Rapunzel-Schloss“ hat eine wahnsinnige Architektur. Im positiven wie auch negativen Sinne.

Dawn of the Machine ist echt fies

Hinzu kommt, dass dir Lava-Abschnitte, Schussanlagen, Pressen und andere Fallen das Leben schwer machen. Ach ja, und dann sind da auch noch die Gegner. Die Levels sind voll davon. Leider ist die Munition stets knapp und Health-Packages sind ebenfalls Mangelware.

Das bedeutet: Selbst in der einfachsten Schwierigkeitsstufe stirbst du tausend Tode. Manchmal tastest du dich nur Meter für Meter voran. Hast du die Monster-Schar gemeistert, fällt dir wieder auf, dass du dich verlaufen hast und nicht weißt, wohin es geht.

Willst du als Neuling ein Level meistern, musst du dafür viel Zeit einplanen. Sehr viel Zeit! Je weiter du in Dawn of the Machine voranschreitest, desto verschachtelter und fieser werden die Stages. Dazu kommt auch noch, dass sich die Entwickler für das Addon etwas Interessantes, aber zusätzlich Frustrierendes ausgedacht haben: An manchen Stellen verändert sich die Umgebung.

Du beginnst beispielsweise in einem Level, das mittelalterlich wirkt. Dann bewegst du dich ein paar Meter vor, zack, bist du in einem Science-Fiction-Setting. Das sieht zwar von der Raumgestaltung her ähnlich aus, doch sind teilweise ganz andere Türen offen oder geschlossen. Oder Abschnitte sind komplett anders gestaltet. Das sorgt zusätzlich für einen Knoten im Kopf. Und für Frust.

Quake - Dawn of the Machine (Bild: Bethesda)
Du findest allerlei schlagkräftige Waffen. Das ist auch gut so, denn du musst Tausende Gegner umnieten.

Frust! Frust! Frust!

Frustrierend – das ist genau das passende Adjektiv, mit dem wir Dawn of the Machine zusammenfassend beschreiben. Obwohl wir anfangs fasziniert waren. Fasziniert von der Kreativität und der Leistung der betagten Quake-Engine. Doch die Faszination wich recht zügig der Frustration. Alles ist unnötig, schwer, kompliziert, verwirrend.

Anstatt die tollen, fantasievollen Welten zu bestaunen, sind wir entnervt durch die verwinkelten Gänge gehuscht. Anstatt sich darüber zu freuen, dass wir einen Bossgegner gemeistert haben, waren wir niedergeschlagen, weil um die nächste Ecke noch 200 weitere Kreaturen nach unserem Leben trachteten.

Quake - Dawn of the Machine (Bild: Bethesda)
Irgendwas mit Hölle, Opfekult und so: Ein wiederkehrendes Motiv in den Spielen von ID Software.

Cheaten ist die Lösung

Nach dem zweiten, dritten, spätestens vierten Level machte es bei unserem Test einfach keinen Spaß mehr, sich weiter durchzuschlagen. Der Frust nahm Überhand. Also gingen wir ins Cheat-Menü, um den Godmode zu aktivieren. Oder wir nutzten den Flugmodus, um Level-Abschnitte zu überfliegen.

Bei diesem Rundflug konnten wir zwar erst recht sehen, wie liebevoll und genial die Architektur von Quake – Dawn of the Machine umgesetzt wurde. Aber wir sahen auch, dass die Levels an Gigantismus und Wahnsinn leiden. Wer sie meistern will, braucht Zeit, Nerven aus Stahl und einen unmenschlichen Orientierungssinn.

Quake - Dawn of the Machine (Bild: ID Software)
Gemetzel im Mittelalter-Dorf: Dawn of the Machines bietet etwas, was das Original-Quake weniger hatte: Levels, die wie echte Welten aussehen.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Hochachtung! Einerseits, dass Bethesda das Quake-Addon kostenlos herausgibt (zumindest, wenn du das Hauptprogramm besitzt). Andererseits ist es echt krass, was die Entwickler aus dem angestaubten Shooter noch herausgekitzelt haben. Die Ideen, die hier drinstecken, stammen aus echt kreativen Köpfen. Aber auch aus Köpfen, die dich hassen.

Anders kann man sich nicht erklären, warum Dawn of the Machine so frustrierend und unnötig schwer gemacht wurde. Zugegeben, Quake war noch nie leicht. Und ja, die Levels waren noch nie besonders logisch. Aber die neue Erweiterung übertreibt es wirklich.

Schade. Sehr schade. Wir würden gerne positiver über Quake – Dawn of the Machine berichten. Aber unser Test war schon bald eine Frust-Orgie. Eine, die selbst mit Cheats keinen Spaß mehr machte. Das ist ja nicht der Sinn eines Spiels. Somit: Überlege dir gut, ob du deine kostbare Freizeit wirklich mit der Quake-Erweiterung verschwenden willst!

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Bilder: Bethesda/ID Software, Magnific AI/Google Gemini

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