Blumen in Vase (Bild: Magnific)

Billiger Strauß, teurer Auftritt: So sehen günstig gekaufte Blumen besser aus

Ein Blumenstrauß von der Tankstelle oder aus dem Supermarkt muss nicht billig wirken! Mit diesen Tricks pimpst du das Erscheinungsbild.

Der Moment, in dem die Plastikfolie alles ruiniert

Du stehst im Supermarkt, willst noch schnell Blumen mitnehmen und greifst zum Strauß für 7,99 Euro. Keine große Liebeserklärung, kein botanisches Kunstwerk. Einfach ein bisschen Farbe für den Tisch. Oder eine kleine Entschuldigung, weil du den Hochzeitstag vergessen hast.

Zu Hause kommt dann die Ernüchterung. Der Strauß steckt noch in seiner knisternden Folienrüstung, die Stiele sind alle gleich lang und die Blüten stehen so eng zusammen wie Pendler morgens in der U-Bahn. Das Ganze sieht nicht romantisch aus. Eher nach: „War halt gerade im Angebot.“

Dabei liegt es oft gar nicht an den Blumen. Selbst günstige Supermarktware kann ziemlich schick aussehen. Entscheidend ist, was du nach dem Einkauf damit anstellst.

Erst einmal raus aus der Plastikpelle

Die Verpackung muss weg. Sofort. Auch diese durchsichtige Folie mit dem aufgedruckten Blumenmuster, die offenbar verbergen soll, dass darin bereits echte Blumen stecken.

Danach entfernst du beschädigte Blätter, welke Blüten und alles, was später unter Wasser stehen würde. Blätter im Vasenwasser gammeln nämlich munter vor sich hin und verwandeln alles schnell in einen kleinen Biotop-Versuch.

Schneide die Stiele anschließend schräg an. Ein Winkel von ungefähr 45 Grad vergrößert die Schnittfläche und hilft den Blumen, Wasser aufzunehmen. Dafür brauchst du keine Floristenschere aus japanischem Mondstahl. Ein scharfes Küchenmesser oder eine saubere Gartenschere reichen.

Die 1/3-Regel macht aus Chaos plötzlich Absicht

Die Vase entscheidet, ob dein Strauß nach Wohnzimmer oder Wartezimmer aussieht. Besonders wichtig ist das Verhältnis zwischen Gefäß und Blumen.

Floristen empfehlen die sogenannte 1/3-Vasen-Regel. Das bedeutet: Die Blütenköpfe sollten ungefähr ein Drittel über den Rand der Vase hinausragen. Sind die Stiele viel länger, wirkt der Strauß schnell dünn und kopflastig. Versinken die Blüten dagegen fast im Gefäß, sieht es aus, als hätten sie sich vor dem Leben versteckt.

Du siehst: Auch bei Blumen spielt die richtige Länge eine Rolle 😉

Ein bisschen Grün ist der günstigste Luxus überhaupt

Anbieter günstiger Sträuße sparen gern beim Blattwerk. Da stehen dann fünf Rosen und drei undefinierbare Blüten ziemlich verloren nebeneinander und sollen irgendwie nach Fülle aussehen.

Die Lösung wächst möglicherweise direkt vor deiner Haustür. Ein paar Zweige, Gräser oder lockeres Grün geben dem Strauß Struktur und einen Hintergrund, vor dem die Blüten stärker wirken. Garten, Balkon oder ein Spaziergang können bereits genug Material liefern.

Natürlich solltest du nicht nachts die komplette Hecke des Nachbarn rasieren. Drei, vier saubere, passende Blätter oder Äste reichen völlig. Am besten unterschiedlich lang, damit das Arrangement nicht aussieht wie mit dem Lineal gezogen.

Blumen in Vasen (Bild: Magnific)
Teile die Blumen auf mehrere kleine Vasen auf – schon hast du aus einem Blickfang mehrere gemacht.

Perfekte Ordnung sieht oft erstaunlich billig aus

Viele behandeln Blumen wie eine Fußballmannschaft beim Mannschaftsfoto: alle auf eine Höhe, keiner darf ausscheren. Genau das nimmt dem Strauß aber seine Wirkung.

Elegantere Arrangements leben von verschiedenen Höhen. Einige Blüten sitzen tiefer, andere ragen heraus. Feine Zweige dürfen locker über den Rand fallen. Dadurch entstehen Bewegung, Leichtigkeit und ein bisschen kontrollierte Wildnis.

Der Trick besteht darin, den Strauß nicht wie einen perfekten Ball zu formen. Lass Luft zwischen den einzelnen Stielen. Jede Blüte darf sichtbar sein und muss nicht von drei Kollegen niedergerungen werden.

Die Vase soll helfen, nicht angeben

Eine reich verzierte Vase kann schön sein. Sie kann aber auch mit den Blumen um Aufmerksamkeit kämpfen wie ein Onkel, der auf jeder Hochzeit plötzlich das Mikrofon verlangt.

Mit einer einfachen Glasvase liegst du meistens richtig. Sie wirkt ruhig, zeigt die Stiele und lenkt den Blick auf die Blüten. Gerade bei günstigen Blumen ist Zurückhaltung hilfreich. Zu viel Dekoration macht den Strauß nicht automatisch edler. Manchmal macht sie ihn einfach nur lauter.

Hast du keine klassische Vase, funktionieren auch eine Karaffe, eine schlichte Flasche oder ein sauberes Einmachglas. Wichtig ist, dass Form und Größe zum Strauß passen.

Ein Strauß muss nicht in eine einzige Vase

Passt der komplette Strauß nicht vernünftig in dein Gefäß, zwing ihn nicht hinein. Teile ihn auf!

Einige Blüten kommen in die größere Vase, einzelne Stiele verteilst du in kleinen Flaschen oder Mini-Vasen. So wird aus einem günstigen Strauß gleich Dekoration für mehrere Räume. Zack, die Wohnung wirkt durchdachter, obwohl du immer noch nur einen Supermarktstrauß gekauft hast.

Auch der Standort zählt. Vor einer Wand muss das Arrangement hauptsächlich von vorne gut aussehen. Auf einem Esstisch oder Couchtisch sollte es dagegen aus jeder Richtung stimmig wirken. Dort verteilst du die schönsten Blüten besser rundherum.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Ein teurer Blumenstrauß kann beeindruckend sein. Ein günstiger, der gut arrangiert wurde, beeindruckt aber oft mehr. Denn hier hat sich jemand wenigstens drei Minuten Gedanken gemacht, statt einfach den Einkauf mit Plastikfolie samt Preisschild in einen Wassereimer zu stellen.

Die Formel ist simpel: Folie weg, Stiele kürzen, passende Vase nehmen, etwas Grün ergänzen und nicht alles totquetschen. Mehr braucht es häufig nicht.

So wird aus dem 7,99-Euro-Strauß zwar kein botanischer Rolls-Royce. Aber wenigstens sieht er auch nicht mehr nach letzter Rettung von der Tankstelle aus.


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Bilder: Magnific

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