Hast du dich schon immer gefragt, wie es wäre, auf dem Mond oder dem Mars zu leben? Dann bewirb dich bei der NASA!
Ein Jahr weg von allem. Freiwillig.
Du liebst Filme wie Der Marsianer? Star Trek und Star Wars sind auch deine Welt? Du möchtest fremde Welten erkunden und die Leere des Weltalls spüren? Dann mach das! Ja, das geht.
Denn die NASA – die US-amerikanische Weltraumbehörde – rekrutiert gerade Teilnehmer für ihre sogenannte Moon & Mars Exploration Analog Mission (MMEA). Das Ganze startet frühestens im August 2027 am Johnson Space Center in Houston. Ein Jahr lang leben und arbeiten die Teilnehmer isoliert und eingesperrt, simulieren eine interplanetare Reise und Oberflächenoperationen auf einem anderen Planeten. Sogar Weltraumspaziergänge werden simuliert.
Du verlässt dabei allerdings nie die Erde. Keine Rakete, kein Weltraum. Nur Texas.
Zwei Behausungen, eine Mission
Das Besondere an dieser Mission: Sie kombiniert zwei bestehende NASA-Projekte zu einer einzigen Kampagne. Die Rede ist von HERA, dem Human Exploration Research Analog, und CHAPEA, dem Crew Health and Performance Exploration Analog. Zum ersten Mal wird also in einer erdgebundenen Umgebung eine komplette Mond- oder Mars-Mission nachgestellt, von der Anreise bis zum Leben auf der Oberfläche.
Die erste Etappe ist das Transitfahrzeug, eine umgebaute Version des HERA-Habitats. Das ist ein zweistöckiges Gebilde mit vier Anschlüssen, das die Reise von der Erde simuliert. Drin gibt es einen Arbeitsbereich, einen Wohnbereich, Schlafquartiere und ein Hygienemodul. Also im Grunde wie eineWG, nur ohne Fenster, ohne Balkon und ohne die Möglichkeit, einfach die Tür zu öffnen.
Leben wie in einer Wohngemeinschaft
Danach geht es weiter in das Oberflächen-Habitat, das aktuell noch von der zweiten CHAPEA-Mission genutzt wird. Das ist ein einstöckiges, 3D-gedrucktes Gebäude, das das Leben auf einer fremden Planetenoberfläche simuliert.
Drin: private Crew-Quartiere, ein gemeinsamer Arbeitsbereich, ein Aufenthaltsraum, ein Raum zum Anbau von Nutzpflanzen, ein medizinischer Raum, eine Küche, eine Luftschleuse, zwei Badezimmer und eine Sandbox für simulierte Gänge auf der Oberfläche.
Immerhin gibt es zwei Badezimmer. Nach deutschen WG-Maßstäben ist das purer Luxus.

Camping mit System
Es kommt noch besser. Die Teilnehmer können möglicherweise auch ein Rover-Modul nutzen, das Fahrten zu Erkundungsstellen außerhalb des Haupt-Habitats simuliert. Dieses Fahrzeug enthält zwei Fahrersitze, zwei Betten, eine Toilette ohne Spülung und eine kleine Luftschleuse für Proben.
Lies das nochmal: Eine Toilette ohne Spülung. Und zwei Betten für vier Leute, falls es drauf ankommt. Das ist Camping auf engstem Raum. Nur dass du danach nicht nach Hause fahren kannst, sondern noch Monate in der Blechdose bleibst.
Wer darf mitmachen?
Bevor du jetzt kündigst, solltest du genau die Bewerbungsvoraussetzungen studieren:
➡ Du musst US-Bürger sein oder eine Green Card besitzen.
➡ Du musst zwischen 30 und 55 Jahre alt sein, wobei es Ausnahmen gibt.
➡ Du darfst maximal 74 Inches groß sein, also etwa 1,88 Meter.
➡ Du musst Englisch fließend beherrschen.
➡ Du brauchst starke technische Fähigkeiten.
➡ Du darfst keine Ernährungseinschränkungen haben.
➡ Ein weiterführender Abschluss in einem MINT-Fach ist wünschenswert.
➡ Ideal: ein Bachelor-Abschluss in Ingenieurwissenschaften, Biologie, Physik oder Mathematik.
Dazu kommt die eigentliche Härte: Du musst bereit sein, einer rund 14-monatigen Mission zuzustimmen. Das sind zwölf Monate in zwei verschiedenen eingeschlossenen Habitaten plus zwei Monate Training und Datenerhebung vor und nach der Mission. Dazu kommen noch eine mehrtägige Auswahlprüfung und diverse physische und psychologische Untersuchungen.

Wo kannst du dich bewerben?
Die Bewerbung läuft direkt über die NASA. Auf dieser Webseite kannst du deine Bewerbung einreichen: https://analogstudies.jsc.nasa.gov/mmea
Hast du nun spezielle Fragen? Oder willst du dich per E-Mail bewerben? Dann nutze diese Mail-Adresse: jsc-analog-application@mail.nasa.gov
Gut zu wissen: Aktuell gibt keinen Bewerbungsschluss. Die Plätze werden aber vermutlich schneller weg sein, als die Auswahlprüfung dauert.
Warum die NASA das eigentlich macht
Die Freiwilligen helfen der NASA, Hardware, Technologien, Protokolle und ganze Systeme zu testen, die die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Astronauten auf langen Weltraummissionen sicherstellen sollen.
Die Ergebnisse könnten außerdem in die Planung für eine dauerhafte Mondpräsenz einfließen, etwa in die geplante Moon Base und zukünftige Artemis-Missionen. Es geht also nicht ums Spaßhaben, sondern um ernsthafte Wissenschaft, bei der ein Jahr Freiwilligen-Dasein später vielleicht das Leben echter Astronauten rettet.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Ein Jahr ohne Frischluft, mit drei fremden Leuten und einer Toilette ohne Spülung. Das klingt doch mal nach einem coolen, einzigartigen Männertrip, oder? Nach einem Abenteuer für Männer, die ihre Grenzen ausloten wollen.
Na, wäre das was? Möchtest du quasi Erd-Astronaut werden? Ja? Also, worauf wartest du? Bewirb dich!
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Bilder: Magnific/Freepik















