Ab in die Sauna und Spaß haben? So einfach ist das nicht! Du solltest dich schon an ein paar Tipps und Vorgaben halten.
Wie verhält man(n) sich richtig in der Sauna?
Da stehst du nun. Handtuch unter dem Arm, Körperspannung im Gesicht. Der erste Saunabesuch in einer neuen Therme steht an. Du bist leicht nervös, denn du warst schon viele Jahre nicht mehr in einer Sauna.
Keine Panik! Aber du solltest trotzdem den Sauna-Knigge kennen. Denn in der Welt des gemeinsamen Schwitzens gelten Regeln, die niemand ausspricht, die aber jeder kennt. Wer sie bricht, kriegt keinen Strafzettel, sondern fiese Blicke. Im schlimmsten Fall kannst du wirklich der Therme verwiesen werden.
Also, lass es nicht so weit kommen! Nimm dir dir folgenden Ratschläge zu Herzen.
Bringe genügend Zeit mit
Der erste Fehler beginnt schon vor der Kasse und dem Eintritt: Du planst viel zu wenig Zeit ein. Du willst nur mal kurz rein, schnell etwas schwitzen, dann wieder raus.
Fail! Wer gestresst in die Sauna geht, kann die Eintrittsgebühr auch direkt in den Gulli werfen. Denn das wichtigste Ziel des Saunieren ist es, abzuschalten. Mit einem hektischen Blick auf die Uhr klappt das nicht. So wirkst du nervös. Das strahlt unangenehm auf die anderen Saunagäste ab, die sich entspannen wollen.
Plane deshalb mindestens drei bis vier Stunden für deinen Besuch ein. Das ist die Zeitspanne, in der sich dein Körper von der Aufwärmphase über die Schwitzgänge bis zur Ruhephase wirklich erholen kann. Weniger ist nur Stress.

Nimm das Wichtigste mit
Apropos Stressvermeidung: Packe deine Saunatasche rechtzeitig! Am besten am Abend zuvor, damit du genügend Zeit hast, noch einmal alles zu überdenken oder umzupacken.
Vergiss dabei nicht die elementaren Dinge. Dazu gehören mindestens zwei große Handtücher – eins zum Abtrocknen und eins für die Saunabank. Eventuell brauchst du auch noch ein oder zwei kleinere Handtücher zum Abtrocknen von Haaren und Körper.
Dazu kommen noch Duschgel und Shampoo, bequeme Badeschuhe, eine volle Wasserflasche und ein Buch oder ein Magazin zum Lesen. Verzichte auf Smartphone, Tablet und E-Book-Reader, denn elektronische Geräte sind oft verboten. Es soll ja Typen geben, die Fotos im Ruheraum schießen…
Light-Ernährung vor dem Saunieren
Wenn du bei 70 oder 90 Grad schwitzen willst, hat dein Körper allerlei zu tun. Wenn du dir vorher eine Currywurst mit Pommes oder ein fettes Schnitzel reindrückst, leistet dein Magen zusätzlich Schwerstarbeit. Das endet nicht in Entspannung, sondern vielleicht in Kreislaufproblemen. Iss daher vorher was Leichtes. Einen Salat, ein paar Nüsse, ein Joghurt oder ein Obstteller sind ideal.
Und: Genieße vorher keine Gerichte mit Knoblauch oder Zwiebeln. Warum? Du schwitzt aus, was du isst. In einem heißen Kabuff ist dein Knoblauchbrot von heute Mittag keine Privatangelegenheit mehr, sondern eine üble Geruchsbelästigung für alle anderen.
Achte auf deinen Gesundheitszustand
Ja, Saunieren stärkt das Immunsystem. Aber nur, wenn du gesund bist! Bei einer leichten Erkältung oder einem grippalen Infekt solltest du dich ausruhen, statt in die Sauna zu gehen. Dein Immunsystem und dein Kreislauf sind mit dieser Doppelbelastung wahrscheinlich überfordert. Entweder schwächelst du dann direkt in der Sauna oder direkt danach.
Was du auch bedenken musst, ist die Ansteckungsgefahr. Du bist eine nackte Bazillenschleuder, die sich in kleinen, geschlossenen Räumen mit anderen Menschen aufhält. Werde nicht zum Spreader, sondern agiere umsichtig. Bleib also bei Krankheitssymptomen einfach zu Hause.

Duschen will gelernt sein
Vor dem Saunieren musst du dich abduschen. Das besagen die Hausregeln vieler Saunalandschaften. Das hat einerseits etwas mit der Hygiene zu tun. Auf deiner Haut sitzen nämlich Schweiß, Schmutz, Düfte, Bakterien und mehr. Mit einer gründlichen Dusche – am besten mit Duschgel oder Seife – reinigst du deinen Körper.
Das Duschen hat auch positive Effekte für dich. Besonders, bevor du in irgendeine Kabine gehst. Also – immer vorher lauwarm abduschen. Nicht kalt! Der Temperaturunterschied ist zu groß, dein Kreislauf fängt an zu rutschen. Lauwarmes Wasser dagegen gewöhnt deinen Körper an die Hitze und verhindert einen Schock.
Langsam loslegen, dann steigern
Geh es langsam an! Die meisten Saunalandschaften bieten Temperaturen zwischen 60 und 110 Grad. Wenn du gleich in den heißesten Raum stürmst, mag das zwar männlich und taff wirken, es belastet deinen Körper aber unnötig.
Fang daher mit Saunas bei niedrigen Temperaturen an. Und bleibe zu Beginn nicht länger als 15 Minuten darin. Aber entscheidend ist immer dein Körper. Wenn du dich unwohl fühlst, solltest du sofort rausgehen, selbst wenn du nur fünf Minuten in der Kabine warst.
Somit: Ziehe keine Heldenshow durch! Hier gewinnst du nichts, außer vielleicht einen Platz auf der Liege im Sanitätsraum.

Der Aufguss ist heilig
So, nachdem wir bisher die Basics geklärt haben, widmen wir uns nun dem Höhepunkt des Saunierens: dem Aufguss. Auch hierbei gibt es einige Dinge zu beachten!
Zum Beispiel beim Betreten des Saunaraums. Tür auf, schnell rein, Tür zu – das ist die wichtigste Regel. Man sollte die Tür nicht drei Sekunden offen halten, weil einem gerade etwas einfällt. Auch sollte man kein Schwätzchen halten. Auch kein „Ach, ich lüfte hier mal kurz durch, ist ja ziemlich heiß hier drin!”
Dann folgt der Aufguss. Hierbei werden heiße Steine mit Wasser übergossen, oft mit Düften oder Kräutern. Meist kümmert sich das Personal darum. Dann kommt der Wedler (nicht zu verwechseln mit „dem Wendler”) zum Einsatz. Er sorgt dafür, dass der Aufguss und seine Hitze einen richtig in die Knie zwingen können.
Somit gilt auch hier: Es zeugt nicht von Männlichkeit, bis zur letzten Sekunde zu bleiben, während du tausend Tode stirbst. Wenn du die Hitze als unerträglich empfindest, dir schwindelig wird oder du Platzangst bekommst, dann verlasse den Raum!

No-Go: Zärtlichkeiten und Spannerei
Für alle, die es immer noch nicht wissen: Erotische Abenteuer gehören in deine Fantasie, nicht in eine öffentliche Sauna! Was du in speziellen Filmchen zuhause siehst, solltest du nicht in der Wirklichkeit nachahmen. Warum? Die anderen Saunagäste könnten das unangenehm und anstößig finden. Eventuell melden sie dich und du bekommst einen Verweis. Lebenslang. Willst du das riskieren?
Was ebenfalls auf keinen Fall geht, ist, das Smartphone in die Schwitzkabinen mitzunehmen und Fotos zu schießen. Nein, nein, nein! Tu das auf keinen Fall. Auch nicht für einen witzigen Selfie mit Freunden. Handys und Kameras sind in Saunen verboten. Und das aus gutem Grund!
Ach ja … den Frauen auf die Geschlechtsteile zu starren, ist ebenfalls ein No-Go! Nur mal so erwähnt, falls du das vergessen haben solltest.
Kein Bier vor vier – und danach
Vor oder zwischen den schweißtreibenden Gängen ein Bier, das gehört für viele Männer zum Saunabesuch dazu. Verständlich, denn ein Pils stillt den Durst und schmeckt bekömmlich!
Doch Alkohol jeder Art treibt deinen Blutdruck hoch. Nicht gut! Dein Kreislauf arbeitet nach dem Schwitzen eh schon am Limit. Ein Bierchen (oder zwei oder drei) sind somit kontraproduktiv für deinen Körper, besonders wenn du schon etwas älter bist.
Dazu kommt derselbe Effekt wie beim Knoblauch: Dein aufgenommener Alkohol wird über deine Haut ausgeschwitzt und „verpestet“ dann die Saunakabine. Das findet Susi, die du gerade beim Schwitzen anbaggerst, sicherlich nicht attraktiv.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Saunieren ist super. Aber die Schwitzräume sind keine gesetzlose Zone! Auch hier musst du Anstand zeigen und gewisse Regeln befolgen. Ansonsten wird deine kleine Auszeit ein Flop. Das wäre doch schade, oder?
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