Streit am Pool (Bild: Magnific AI)

Handtuch-Krieg am Pool: Wie schlimm sind die Deutschen?

Deutsche Touristen sind peinlich und unbeliebt, weil sie immer die Poolliegen mit Handtüchern reservieren. Sagt man. Stimmt das Klischee? Jein!

Morgens um sieben gehört die Liege schon Klaus

Das Poolwasser ist noch spiegelglatt. Die ersten Kaffeemaschinen röcheln im Frühstücksraum vor sich hin. Kein Mensch zu sehen. Und trotzdem liegen da schon zig Handtücher auf den Poolliegen. Alle sind fein säuberlich ausgebreitet.

Die Besitzer? Wahrscheinlich Deutsche, die extra früh aufgestanden sind, um ihr Revier zu markieren.  So das Vorurteil. Die Realität kann aber anders aussehen.

Die Deutschen verdächtigen vor allem sich selbst

Eine YouGov-Umfrage, die im Sommer 2026 in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Dänemark, Spanien und Italien durchgeführt wurde, zeigt zunächst etwas herrlich Typisches: Vor allem Deutsche und Briten glauben an den notorischen, penetranten deutschen Handtuch-Reservierer.

Ja, 51 Prozent der Deutschen verbinden das Blockieren von Poolliegen am ehesten mit den eigenen Landsleuten. In Großbritannien sind es 46 Prozent. Anderswo sieht die Sache erheblich entspannter aus: In Spanien, Dänemark und Frankreich nennen nur 14 bis 17 Prozent die Deutschen als typische Poolliegen-Reservierer. In Italien denken sogar nur 5 Prozent an das alte Klischee.

Mit anderen Worten: Der deutsche Handtuch-Terror lebt möglicherweise vor allem in unseren eigenen Köpfen.

Wer greift häufiger zur Handtuch-Blockade?

Noch interessanter wird es, wenn man nicht fragt, wen die Leute verdächtigen – sondern was sie selbst tatsächlich machen. Von den deutschen Urlaubern sagen lediglich 38 Prozent, dass sie schon einmal eine Liege mit einem Handtuch reserviert haben. Nur 9 Prozent machen das nach eigenen Angaben häufig oder sogar sehr oft.

Jetzt kommt der Teil, der einige Urlaubsweltbilder erschüttern dürfte: Die Deutschen liegen damit keineswegs an der Spitze! Jeweils 45 Prozent der Italiener und Franzosen geben laut der YouGov-Erhebung zu, irgendwann mal eine Liege reserviert zu haben. In Dänemark sind es 42 Prozent, in Spanien 41 Prozent. Nur die Briten sind mit 33 Prozent noch zurückhaltender als die Deutschen.

Oha. Das heißt ja, dass die Deutschen gar nicht die eigentlichen Poolliegen-Verteidiger sind, sondern eher andere Nationen…

Italiener und Franzosen streiten sich am Pool (Bild: Magnific AI)
Italiener und Franzosen streiten sich am Pool. Der Grund? Es geht um die Poolliegen und wer sie benutzen darf.

Was tun, wenn die Poolliege belegt ist?

Du bist im Urlaub und nicht wie so viele schon zum Sonnenaufgang aufgestanden. Stattdessen hast du dich irgendwann kurz vor dem Mittagessen aus dem Bett geschält. Nun willst du ein paar Runden im Hotelpool drehen und dich dann in der Sonne trocknen lassen.

Doch alle Poolliegen sind belegt. Meistens nicht mit Sonnenanbetern, sondern nur von Handtüchern. Deren Besitzer sind weit und breit nicht zu sehen. Vielleicht sind sie im Hotelzimmer, vielleicht wieder am All-you-can-eat-Buffet, vielleicht irgendwo anders.

Was tun? Ein Teil der Europäer kennt da wenig Hemmungen. Je nach untersuchtem Land haben bereits 14 bis 28 Prozent ein fremdes Handtuch von einer reservierten Liege entfernt. Eine verständliche Reaktion. Aber eine, die auch viel Stress und Streit provozieren kann.

Streitende Touristen (Bild: Magnific AI)
Warum wird es in vielen Hotelanlagen unangenehm laut? Weil sich die Touris über die Poolplätze und ihre „illegalen“ Handtuch-Reservierungen streiten.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Dass die Deutschen ein Volk der Handtuch-Reservierer sind, wird nach dieser Umfrage nicht komplett zum Märchen. Aber das Vorurteil wird relativiert. Franzosen, Italiener, Spanier und Dänen räumen das Verhalten sogar häufiger ein.

Den Titel „Meister der Poolliegen-Blockaden” haben die deutschen Touristen somit verloren. Egal, wie hartnäckig sich das Bild in den Köpfen festgebrannt hat.

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Bilder: Magnific AI

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