Die Spritpreise sind so hoch wie noch nie. Kein Problem – es gibt ja zig E-Auto-Fahrer. Oder doch nicht? So sehen die Zulassungszahlen aus.
Das Aus vom Verbrenner-Aus?
Da stehst du also vor deinem alten Diesel, schlürfst den letzten Kaffee aus dem Pappbecher und denkst: „In ein paar Jahren ist das Ding hier Geschichte.“ Falsch gedacht. Die EU hat nämlich gerade gemerkt, dass der Plan, ab 2035 nur noch Elektroautos und Wasserstoff-Karren zuzulassen, vielleicht doch ein bisschen zu ambitioniert war.
Jetzt soll die Regelung abgemildert werden. Statt 100 Prozent CO₂-Reduktion sollen es nur noch 90 Prozent sein. Klingt nach einem kleinen Unterschied? Ist aber einer, der Hybrid-Fahrzeuge und „hocheffiziente Verbrenner“ (was auch immer das sein mag) wieder durch die Hintertür einlädt.
Wie ist die aktuelle Lage?
Rund 85 Prozent der in Deutschland zugelassenen Autos sind zum Beispiel weiterhin Benziner oder Diesel. Reine Elektroautos kommen auf knapp fünf Prozent.
Das erklärt auch, warum sich der Straßenverkehr deutlich weniger elektrisch anfühlt, als manche Neuzulassungsstatistik vermuten lässt. Autos verschwinden schließlich nicht nach drei Jahren in einer geheimnisvollen Schrottpresse hinter Wolfsburg. Sie werden verkauft, weitergereicht und oft viele Jahre gefahren. Entsprechend langsam verändert sich der Bestand.
Gleichzeitig verschiebt sich unter anderem in der Bundesrepunlik der Neuwagenmarkt deutlich. Neben den 26 Prozent reinen Stromern entfallen im bisherigen Jahr weitere 40 Prozent der Neuzulassungen auf Hybride und Plug-in-Hybride. Klassische Benziner kommen auf 21 Prozent, Diesel auf 13 Prozent.
Der reine Verbrenner verliert bei Neuwagen also tatsächlich Boden.

Wie sieht es in Europa aus?
Die Unterschiede sind riesig. Während drei Vierteil der dänischen Auto-Neuzulassungen einen E-Motor unter der Haube haben, sieht es in Polen und Kroatien mit lächerlichen 4 bis 5 Prozent E-Auto-Anteil ganz anders aus.
Dänemark ist auch beim Gesamtbestand Spitzenreiter: 17 Prozent der zugelassenen Autos fahren dort bereits rein elektrisch. In Zypern, Griechenland und Polen? Unter 0,5 Prozent. Die EU ist also alles andere als einheitlich. Man könnte vereinfacht sagen: Während Skandinavien vorprescht, hinken Osteuropa und der Süden hinterher.
Die Gründe? Infrastruktur, Kaufkraft und politische Prioritäten. In Ländern wie Norwegen oder Dänemark gibt es steuerliche Vorteile, eine gute Ladeinfrastruktur und eine Bevölkerung, die bereit ist, umzusteigen. In anderen Ländern fehlt es an allem: an Stromtankstellen, an bezahlbaren Modellen und am Willen, den Wandel voranzutreiben.

Was heißt das für dich und deine Karre?
Für deinen nächsten Autokauf ist vor allem eines relevant: Das Jahr 2035 ist keine magische Mauer, vor der jeder Verbrenner plötzlich stehen bleibt. Bereits zugelassene Benziner und Diesel dürfen weiterfahren. Und die Regeln für Neuwagen ab 2035 werden politisch gerade wieder einmal verhandelt.
Gleichzeitig zeigen die Zulassungszahlen ziemlich eindeutig, wohin sich der Neuwagenmarkt momentan bewegt: Elektroautos gewinnen kräftig Marktanteile, während klassische Benziner und Diesel bei Neuzulassungen zurückgehen.
Wenn du heute ein Auto kaufst, solltest du dich weniger über mediale Schlagwörter wie „Verbrenner-Aus“ oder „Aus vom Verbrenner-Aus“ verrückt machen lassen. Schau stattdessen genau auf deinen Alltag und deinen Geldbeutel. Betrachte bei der neuen Karre unter anderem den Kauf- oder Mietpreis, deine typischen Fahrtstrecken und wie die Lade-Infrastruktur in deiner Nähe aussieht,
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Die Spritpreise sind gerade exorbitant hoch. Leider sieht es so aus, als würde sich das kurz- und mittelfristig nicht ändern. Zeitgleich werden E-Autos immer günstiger. So gibt es immer mehr bezahlbare Stromer, unter anderem von Renault, Dacia und vielen chinesischen Herstellern. Sogar der VW-Konzern hat das mittlerweile verstanden.
Trotzdem sind Elektroautos nicht immer die beste Lösung. Wenn du häufig sehr lange Strecken fahren musst oder einen bezahlbaren Wagen für die Großfamilie haben willst, kann ein Verbrenner derzeit noch die bessere Wahl sein.
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Bilder: Magnific AI, Google Gemini















