Teure Xbox (Bild: Google Gemini)

Satte Preiserhöhung: Die Xbox ist jetzt offiziell ein Luxusgerät

Eine Spielkonsole für jedermann? Oh nein! Microsoft hat die Xbox Series X/S nun richtig teuer gemacht. Das sind die Hintergründe.

Früher wurde alte Technik billiger. Heute teurer.

Es gab mal eine goldene Regel im Tech-Business: Je länger ein Gerät im Regal steht, desto günstiger wird es. Das heißt, zuerst zahlten die Ungeduldigen (im Marketing „Early Adopter“ genannt) den überhöhten Vollpreis. Später kamen die Vernünftigen, nahmen dasselbe Ding für weniger Geld mit. Danach folgten die Schnäppchenjäger, die alles zum Ramschpreis absahnten.

Diese Zeiten sind offenbar vorbei.

Die Xbox Series X und Series S kamen im November 2020 auf den Markt. Heute, sechs Jahre später, müsste Microsoft die Konsolen eigentlich zum Sparpreis verkaufen. Stattdessen passiert das genaue Gegenteil: Die Geräte werden nicht günstiger, sondern auf einen Schlag zwischen 33 und 50 Prozent teurer.

Ja, richtig gelesen! DieDaddelkisten kosten plötzlich bis zu 200 Euro mehr als noch vor wenigen Tagen. Dafür gibt es keinerlei Verbesserungen. Nur der Preis verändert sich – nach oben.

Aus der Sparversion wird ein 600-Euro-Klotz

Besonders absurd trifft es die Xbox Series S. Sie war einmal als günstiger Einstieg in die aktuelle Konsolen-Generation gedacht. Klein, leise, ohne Laufwerk und technisch etwas schwächer als die Xbox Series X.

Die „S“ war das Gerät für Leute, die nach Feierabend ein paar Runden zocken wollen, ohne dafür das Urlaubsgeld-Sparschwein zu schlachten. Doch das gilt jetzt nicht mehr!

Die Xbox Series S mit 512 Gigabyte Speicher kostet nach der Preiserhöhung 499,99 Euro (UVP). Vorher waren es 349,99 Euro. Macht rund 43 Prozent Aufschlag.

Noch heftiger erwischt es die Series S mit einem Terabyte Speicher. Der Preis stieg von 399,99 auf 599,99 Euro. Satte 50 Prozent mehr! Für exakt dieselbe Hardware, die eine Woche vorher noch 200 Euro günstiger war.

Damit kostet die kleine Xbox Series S heute mehr als die leistungsstärkere Series X bei ihrem Marktstart im Jahr 2020. Sechs Jahre technischer Fortschritt führte also dazu, dass die Xbox-Sparversion teurer ist als das frühere Spitzenmodell. Oha!

800 Euro für eine betagte Konsole – WTF!

Auch bei der Xbox Series X langt Microsoft jetzt kräftig zu. Das digitale Modell ohne Laufwerk steigt von 549,99 auf 749,99 Euro. Die klassische Version mit Laufwerk kostet statt 599,99 nun stolze 799,99 Euro. Beide Modelle werden damit 200 Euro teurer. Prozentual entspricht das einer Preissteigerung von über 30 Prozent!

800 Euro für eine Spielkonsole sind eine Ansage. Zumal du neben der Daddelkiste ja noch Games, zusätzliche Controller und vielleicht auch noch einen Game Pass holen wirst. Dann überschreitest du locker die 1000-Euro-Grenze für eine Grundausstattung. Huiii.

Für das Geld bekommst du einen ordentlichen Fernseher, eine brauchbare Waschmaschine oder einen Urlaub. Und wahrscheinlich jede Menge Stress mit deiner Frau oder Freundin, wenn sie hört, wie viel du für deine Xbox-Leidenschaft ausgibst.

Assassin's Creed Black Flag Resynced (Bild: Ubisoft)
Auf diese Grafikpracht musst du verzichten, wenn du dir keine neue Xbox-Konsole leisten kannst. Außer du legst dir einen fettem Gaming-PC oder eine Playstation 5 zu.

Warum sind die Xboxen nun so teuer?

Microsoft begründet die Preiserhöhung mit stark gestiegenen Kosten für Arbeits- und Flash-Speicher. Die Preise entsprechender Komponenten sollen sich innerhalb kurzer Zeit mehr als zweieinhalbfach erhöht haben. Bis Herbst 2027 rechnet das Unternehmen offenbar sogar mit einer weiteren Verdopplung.

Ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht. Der weltweite KI-Boom verschlingt gewaltige Mengen an Speicherchips. Hersteller verdienen mit Bauteilen für Rechenzentren mehr Geld als mit normalem Speicher für Konsolen, Laptops und Heimcomputer. Produktionskapazitäten wandern deshalb dorthin, wo die dickeren Scheine liegen.

Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack. Höhere Produktionskosten erklären einen Aufschlag. Sie erklären nicht automatisch, warum eine sechs Jahre alte Konsole innerhalb einer Woche um bis zu 50 Prozent teurer werden muss. Gerade die Series S wurde ursprünglich als günstiges Massenmodell entwickelt. Jetzt verliert sie genau den Vorteil, der ihre Existenz überhaupt rechtfertigt.

Was ist die Lösung?

Microsoft versteht, dass seine Xbox-Konsolen nun recht teuer sind. Der Konzern aus Redmond versteht auch, dass viele Interessierte nicht mehr spontan zugreifen werden. Und nun?

Microsoft will den Kauf unter anderem durch Finanzierungsangebote, Eintauschprogramme und generalüberholte Geräte erleichtern. Das klingt erst einmal kundenfreundlich. Bei genauerem Hinsehen ist es vor allem ein Zeichen dafür, wie weit sich die Xbox vom spontanen Feierabendkauf entfernt hat.

Eine Konsole auf Raten – das musst du dir mal auf der Zunge zergehen lassen! Früher finanzierte man ein Auto, eine Küche oder vielleicht den Fernseher scheibchenweise. Heute unterschreibt man einen Zahlungsplan, weil man am Wochenende mit Freunden eine Runde Halo, Forza, FC26 oder Fortnite oder  spielen möchte… seltsame Welt.

Kaufen, warten oder lassen?

Wer bereits eine Xbox Series X oder Series S besitzt, kann sich entspannt zurücklehnen. Die Konsole wird durch den höheren Preis nicht besser, aber zumindest fühlt sich der damalige Kauf plötzlich wie eine geniale Geldanlage an.

Wer neu einsteigen möchte, sollte genauer rechnen. Eine Xbox Series S für 500 oder 600 Euro ist schwer zu empfehlen. Auch 800 Euro für die Xbox Series X sind happig. Interessant bleibt sie nur für Spieler, die unbedingt im Xbox-System bleiben wollen, vorhandene Disc-Spiele besitzen oder ein starkes Angebot erwischen.

⭐ Tipp: Aktuell kann es so sein, dass du die Xbox-Konsolen teilweise zu den alten Preisen bekommst, da die Händler die Preisanpassung noch nicht durchgeführt haben. Also, bei Interesse schnell zugreifen!

Alle anderen dürfen ruhig warten. Elektronik kauft man nicht aus Panik. Schon gar nicht, wenn ein milliardenschwerer Konzern plötzlich so tut, als wäre eine angestaubte Konsole ein seltenes Sammlerstück aus handgefertigtem Mahagoni.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Microsoft hat aus einer Spielekonsole eine Luxusware gemacht. Die Gründe sind einerseits nachvollziehbar. Andererseits überhaupt nicht. Denn Microsoft hatte viele Jahre Zeit, um die Xbox-Hardware so zu optimieren, sodass sie günstiger wird. Das hat ja Sony beispielsweise bei seinen Playstation-Modellen getan.

Daher ist absehbar, dass die an sich schon mäßigen Xbox-Verkaufszahlen weiter in den Keller rauschen werden. Und es würde uns nicht wundern, wenn Microsoft den Stecker zieht, indem es die Xbox einstellt.


Was hältst du von einem 50€ Amazon Gutschein? Den kannst du gewinnen, wenn du dich bei unserem kostenlosen Newsletter anmeldest! 
_________________

Abonniere bis zum 31. Oktober 2026, 23:59 Uhr, unseren kostenlosen Newsletter und bestätige deine Anmeldung über den Link in der Bestätigungs-E-Mail. Danach nimmst du automatisch an der Verlosung eines Amazon.de-Geschenkgutscheins im Wert von 50 € teil. Es gelten hierzu unsere Gewinnspiel-Teilnahmebedingungen und Datenschutzerklärung.


 

Bilder: Google Gemini

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert