Die Spatzen pfeifen es schon länger vom Dach, nun steht’s fest: Die Markenwelt von VW wird umgebaut, ein Traditionsname verschwindet.
Das war’s wohl für SEAT
Ibiza, Leon, Cordoba, Toledo. Die Autos von SEAT gehören seit Jahrzehnten ziemlich selbstverständlich zum Straßenbild. Doch damit soll Schluss sein. Warum? Volkswagen geht es bescheiden. Sehr bescheiden! Der einstige Star der deutschen Wirtschaft ist ein Sanierungsfall.
Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat der VW-Vorstand einen umfangreichen Rettungsplan ausgearbeitet. Grundlage ist ein vertraulicher, 147 Seiten starker Bericht für den Aufsichtsrat. Der Konzern will Strukturen, Werke, Modelle und Marken radikal überprüfen, um Kosten zu senken und wieder wettbewerbsfähiger zu werden.
Und SEAT soll dabei unter die Räder kommen.
Cupra gewinnt – SEAT verliert
Laut den Informationen, die der WirtschaftsWoche und anderen Medien vorliegen, soll SEAT als eigenständige Automarke abgewickelt werden. Der Nachfolger ist Cupra.
Ganz überraschend kommt das nicht. Cupra hat sich vom sportlichen SEAT-Ableger zur eigenständigen Marke entwickelt. Das Quasi-StartUp bekommt im VW-Konzern inzwischen die spannenderen Projekte. Bei Elektroautos ist die Sache besonders deutlich: Während Cupra mit Stromern wie dem ausgezeichneten Raval ausgebaut wird, hat SEAT bis heute kein eigenes, vollelektrisches Modell.
Das ist ungefähr so, als würde niemand aus der Familie dem Sohnemann offiziell sagen, dass er endlich ausziehen soll. Aber sein Zimmer wurde schon an jemand anderen vermietet.

SEAT verschwindet – die Firma dahinter nicht
Wichtig: Das Unternehmen, die SEAT, S.A., soll nicht komplett dichtgemacht werden! Die spanischen Werke bleiben für Volkswagen interessant. In Martorell werden unter anderem Elektro-Kleinwagen des Konzerns produziert. SEAT soll daher künftig stärker als Produktions- und Mobilitätsdienstleister dienen, während Cupra die Rolle als starke, beliebte und junge Automarke übernimmt.
Das besagen zumindest die Medienberichte. Eine öffentliche VW-Mitteilung, in der offiziell das endgültige Aus der Marke SEAT verkündet wird, gibt es bislang nicht. Das heißt, der Plan liegt intern wohl deutlich auf dem Tisch. Die große Pressemitteilung mit schwarzem Rand fehlt aber noch.
Eine Marke mit 76 Jahren Geschichte
SEAT wurde 1950 gegründet und gehört seit den 1980er-Jahren zum Volkswagen-Konzern. Modelle wie Ibiza und Leon machten die Spanier auch in Deutschland zu einer festen Größe.
Nun könnte die mangelhafte Elektrifizierung das Ende bedeuten. VW investiert lieber in Cupra, da eine sportlichere, modernere und zukunftsgerichtetere Positionierung dort offenbar mehr Hoffnung bietet. SEAT bleibt dagegen in der klassischen Ecke hängen.
Daher gibt es Spekulationen, dass es in naher Zukunft noch SEAT-Modelle geben könnte. Das wären aber nur Verbrenner. Und damit wie die Dinosaurier eine aussterbende Spezies.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
SEAT war selten die Marke, von der Jungs mit einem Poster über dem Bett geträumt haben. Aber sie war bezahlbar, vernünftig und oft ein bisschen weniger langweilig als der entsprechende VW. Für normale Autofahrer also ziemlich genau das richtige Zeug.
Doch selbst VW-Fans, die viele, viele Jahre mit optisch eintönigen Modellen wie dem Golf oder dem Polo liebäugelten, ziehen nun weiter. Sie wollen was ganz Neues, Anderes, Frisches, Aufregendes. Nicht mehr die alte Ehefrau und auch nicht mehr die in die Jahre gekommene Sekretärin, sondern die junge, attraktive Geliebte. Genau das bietet Cupra.
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Bilder: Magnific AI















