Volkswagen steckt in der Krise und braucht einen neuen Hit. Kann der neue Bulli-Erbe an den Glanz der vergangenen Zeiten anknüpfen?
Der VW Bus wird erwachsen
Woran denkst du, wenn du das Wort „Hippies“ hörst? Sicherlich fallen dir sofort ein paar Assoziationen ein. Eine wird bestimmt mit VW zu tun haben. Genau – jeder gute Hippie brauchte einen Bulli. Am besten bunt bemalt.
Freiheit. Friede. Entspannung. Dieses Flair will Volkswagen nun erneut zurückholen. Allerdings mit einer ordentlichen Prise Seriosität und neuester Technik. Doch genau das könnte zum größten Stolperstein werden.
Warum? Das erfährst du hier.
Bulli-Romantik trifft Ladekabel
Schiebetür auf. Campingstühle raus. Kaffee gemütlich durchlaufen lassen. Und dann so tun, als hätte man Termine, Steuererklärung und Montagmorgen erfolgreich abgeschafft. Der VW California verkauft seit Jahrzehnten vor allem ein Gefühl: Freiheit auf vier Rädern. Kein Wunder, er ist ja auch der Erbe des T1, den man als Bulli oder Hippie-Bus kennt.
Jetzt bekommt dieses Gefühl ein Ladekabel. Äh … was? Ja, Volkswagen hat beim Caravan Salon 2026 in Düsseldorf erstmals einen vollelektrischen California gezeigt. Der VW ID California Cruise basiert auf dem ID Buzz und soll den Anfang einer neuen elektrischen California-Reihe machen.
Klingt nach Woodstock mit Wallbox. Ganz so wild wird es allerdings nicht. Leider.

Spar-Ausstattung für Handwerker
Der ID California Cruise ist kein rollendes Ferienhaus mit halbem Einfamilienhaus-Inventar im Heck. VW hält die Sache erstaunlich schlicht. Das bedeutet: Im Innenraum steckt eine umklappbare Liegefläche für zwei Personen. Sie misst rund 2 Meter in der Länge und 1,20 Meter in der Breite. Eine Matratze gehört dazu.
Für das große Camping-Abenteuer gibt es außerdem zwei Campingstühle und einen Tisch, die sich im Fahrzeug verstauen lassen. Und dann? Das war es im Wesentlichen.
Eine Küche fehlt. Ein Aufstelldach ebenfalls. Damit wirkt der erste Elektro-California eher wie ein zum Schlafwagen umgebauter ID Buzz als wie der voll ausgestattete Camper, den manche beim Namen „California“ erwarten dürften.
Anders ausgedrückt: Volkswagen liefert die Basis für Hobby-Heimwerker, die ihren VW Bus nach ihren Vorstellungen ausbauen wollen. Aber das zu einem saftigen Verkaufspreis.
VW setzt mal wieder auf Premium-Kunden
Volkswagen bietet schon lange keine Fahrzeuge mehr an, die sich das normale Volk leisten kann. Und Hippies erst recht nicht. Daher schlägt auch der Elektro-Bulli in die Premium-Kerbe.
Der ID California Cruise startet in der billigsten Ausführung bei 60.700 Euro. Das ist eine ordentliche Ansage für einen Camper, der weder Küche noch Aufstelldach mitbringt. Wenn du das Fahrzeug richtig ausstatten willst, musst du – typisch Volkswagen – noch einige Scheinchen mehr hinlegen.
Somit wird der neue, elektrische California wie der ID Polo GTI eine ziemlich teure Angelegenheit. Nichts, was sich der Normalbürger leisten könnte. Schade, schade.

Es gibt noch eine Enttäuschung
Der Preis ist nicht das Einzige, was die Vorfreude auf den VW ID California Cruise dahinschwinden lässt. Ausgerechnet bei einer der wichtigsten Fragen hält sich VW bislang zurück. Die Frage lautet: Wie weit kommt man mit dem neuen, elektrischen Bulli?
Ja, wirklich. Welche Leistung der ID California Cruise tatsächlich bekommt und wie weit der elektrische Camper mit einer Akkuladung kommt, wurde noch nicht genannt. Als Orientierung dient lediglich der normale ID Buzz Pro, auf dem das Fahrzeug basiert. Der bringt mindestens 210 kW Leistung. Damit schafft er eine Reichweite von rund 420 Kilometern.
Ob der neue Camper das auch schafft? Immerhin hat er mehr Ausstattung und damit mehr Gewicht auf den Rippen. Oder verbaut Volkswagen eine neuen, leistungsstärkeren Akku? Keine Ahnung.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Leise fahren, irgendwo stehen, morgens die Tür aufschieben und direkt in die Landschaft schauen – dafür braucht kein Mensch einen knatternden Diesel. Ein elektrischer Bulli klingt also nach einem guten Konzept.
Nur sollte VW beim neuen California auch liefern. Über 60.000 Euro für Bett, Tisch und zwei Stühle sind schon ziemlich selbstbewusst. Besonders wenn noch unklar ist, wie weit man mit der Karre kommt.
Tja, so wie es gerade aussieht, verspielt Volkswagen die Chance, ein neues Kult-Mobil zu erschaffen. Aktuell wirkt der Elektro-Bulli wie ein biederer, überteuerter VW Bus auf Diät für Yuppies – und nicht für Hippies.
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Bilder: Magnific AI















