Vasektomie / Sterilisation (Bild: Magnific/Freepik)

Vasektomie rückgängig machen: Geht das so einfach oder nicht?

Eine Sterilisation kann eine kluge Entscheidung sein. Doch was ist, wenn du die sogenannte Vasektomie rückgängig machen willst? 

Papa im Opa-Alter

Jean Pütz, bekannt als „Hobbythek“-Mann, wurde mit 74 Jahren noch einmal Vater. Heinz Hoenig mit 69 und 71 Jahren, Mick Jagger mit 73, Robert De Niro mit 79, Al Pacino mit 83 und Bernie Ecclestone mit 89.

„Wow, die haben’s noch drauf! Die sind noch im Bett aktiv!”, mag sich nun manch ein Mann denken. Siehst du das auch so? Stellst du dir dann aber auch die Frage: Im Rentenalter vollgeschissene Windeln, nervzerreißende Pubertät und gähnend langweilige Elternabende – will man(n) das?

Viele Männer sagen dazu ganz klar: „Nö!” Daher sorgen sie mit einer Vasektomie vor.

Wichtig: Dieser Text ist kein medizinischer Ratgeber und ersetzt keinen Arztbesuch. Suche bei gesundheitlichen Beschwerden bitte immer professionelle, medizinische Hilfe auf!

Der kleine Schnitt mit der großen Wirkung

Bei einer Vasektomie – umgangssprachlich auch als männliche Sterilisation bekannt – werden die beiden Samenleiter durchtrennt oder verschlossen. Die Spermien schaffen es dann nicht mehr von den Hoden in den Samenerguss.

Alles andere bleibt komplett unverändert. Ja, auch deine Libido sinkt durch den kleinen Eingriff nicht! Wer dir das Gegenteil erzählt, erzählt Ammenmärchen.

Was ebenso beruhigend ist: Der Eingriff selbst fällt harmlos aus. Er wird in der Regel ambulant durchgeführt und dauert meist unter einer halben Stunde. Du kannst, wenn du möchtest, eine Narkose bekommen und so den Vorgang „verschlafen“. Am selben Tag gehst du noch nach Hause, ein paar Tage Schonung, fertig.

Urologe Beratung (Bild: Magnific/Freepik)
Vor der Vasektomie bekommst du ein Aufklärungsgespräch. Hier kannst du alle Fragen stellen, die dir durch den Kopf geistern. Bedenken und Ängste lassen sich so sehr gut abbauen.

Neue Partnerin, alter Kinderwunsch

In Deutschland lassen sich pro Jahr rund 50.000 Männer sterilisieren. Verständlich, die Vasektomie  gilt als die sicherste Verhütungsmethode überhaupt. Saver Sex? Nö, denn das kleine Schnippschnapp schützt dich nicht vor Geschlechtskrankheiten! Behalte das immer im Hinterkopf, besonders wenn du den zweiten oder dritten Frühling in dir spürst.

Apropos: Ein geringer Anteil aller sterilisierten Männer bereuen ihre Entscheidung irgendwann. Der häufigste Grund ist eine neue Beziehung, oft mit einer jüngeren Frau, die sich noch Kinder wünscht. Genau das ist ja auch das Promi-Muster: Pütz, Hoenig, Pacino, Ecclestone – alle haben Partnerinnen, die Jahrzehnte jünger sind.

Lässt sich eine Vasektomie rückgängig machen?

Manche fragen sich, ob es nach einer durchgeführten Vasektomie möglich ist, den Eingriff wieder rückgängig zu machen. Die Antwort lautet: Jein. Grundsätzlich ist es zwar möglich, die durchtrennten Samenleiter chirurgisch wieder miteinander zu verbinden. Aber kein Arzt kann den Erfolg garantieren.

Warum? Die Rück-OP, die sogenannte Vasovasostomie, fällt sehr kompliziert aus. Der Operateur näht unter dem Mikroskop an Kanälen, die dünner als ein Stecknadelöhr sind. Die Rechnung „Schnitt, alles zusammennähen, Wunde zu, alles wie vorher” geht nicht auf. So einfach funktioniert keine Operation und kein Körper.

Und: Wie bei jeder Operation können auch bei einer Vasovasostomie eventuell Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen und schmerzhafte Narben als Komplikationen auftreten.

Arzt Beratung (Bild: Magnific/Freepik)
Egal, welchen Weg du gehst: Lass dich immer im Detail von deinem Arzt aufklären. Halbwissen, zum Beispiel durch eine KI, kann zu einer fatalen Fehlentscheidung führen.

Wer bezahlt die Kosten?

In der Regel übernimmt die deutsche gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für eine Vasektomie nicht. Der Grund: Sie wird als Wunsch-Eingriff zur Verhütung angesehen. Du musst den Eingriff also selbst zahlen. Frag deshalb vorher genau nach den Kosten, sonst gibt es am Ende eine böse Überraschung auf der Rechnung.

Und die Rück-OP? Auch die Vasovasostomie ist in Deutschland keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Das ist bitter, aber konsequent. Denn die GKV betrachtet deinen Kinderwunsch nach einer freiwilligen Sterilisation als dein persönliches Projekt. Verständlich, oder?

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Eine Vasektomie ist sinnvoll, wenn du ganz sicher keine Kinder mehr haben möchtest. Aber sie ist ein Vertrag ohne Rückgaberecht. Denn eine Rückoperation kann gelingen – muss aber nicht.

Informiere dich deshalb ganz genau über jeden Schritt. Denke auch über dein weiteres Leben nach. Möchtest du zum Beispiel wirklich noch im Seniorenalter ein schreiendes Baby ertragen oder mit dem Rollator zur Schulfeier fahren?


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