Das Fairphone 6+ lässt dich wieder Akku, Display, Kameras und sogar den USB-Anschluss selbst tauschen. Kein Scherz!
Kaputtes Handy? Hol den Schraubendreher raus
Du überlegst dir, ein neues Smartphone zu holen, weil der Akku ständig schlapp macht? Verständlich, denn die Batterien sind heutzutage fest verbaut. Ein Wechsel durch einen Mechaniker – wenn überhaupt möglich – kann teurer als ein neues Handy sein.
Das Gleiche gilt, wenn du mal das gesprungene Display oder den defekten USB-Port reparieren lassen willst. Ein Neukauf ist – leider, leider – oft wirtschaftlicher. Aber trotzdem schlecht für deinen Geldbeutel und die Umwelt.
Beim neuen Fairphone 6+ läuft das anders. Gerät mit ein paar Handgriffen öffnen, kaputtes Teil ersetzen. Fertig. Ja, wirklich, so einfach ist das.
Zig Teile kannst du selbst austauschen
Das große Ding beim Fairphone 6+ ist nicht der Prozessor, die Kamera oder irgendein KI-Zauber. Es ist der modulare Aufbau und die leichte Reparierbarkeit. Das heißt: Was die Vorgängermodelle schon boten, bietet auch das neue Flaggschiff.
Insgesamt zwölf interne Komponenten lassen sich mit wenigen Handgriffen und ohne besondere Fachkenntnisse austauschen. Manche Dinge erledigst du schnell von Hand, für andere musst du ein paar Schräubchen drehen. Dafür wird beim jedem Fairphone ein Torx-5-Schraubendreher mitgeliefert.
Das Fairphone der 6. Generation macht wie eh und je die Reparierbarkeit nicht nur theoretisch möglich. Auch praktisch ist alles easy – und günstig. Die Ersatzteile gibt es direkt beim Hersteller. Ein neues Display kostet knapp 90 Euro, ein Akku rund 40 Euro und das Hauptkameramodul etwa 70 Euro.

Das Smartphone für Bastler hat einen ernsten Hintergrund
Die Schrauberei ist natürlich kein Selbstzweck. Fairphone will erreichen, dass du die Smartphones möglichst lange benutzt. Zudem achtet der Hersteller darauf, wie es der Markenname besagt, dass die Komponenten möglichst umwelt- und menschenfreundlich hergestellt werden.
So bestehen mehr als 50 Prozent der Gesamtmasse des Fairphone 6+ aus fair gewonnenen oder recycelten Materialien. Bei den verwendeten Kunststoffen sollen es sogar mehr als 93 Prozent Post-Consumer-Rezyklat sein, also wiederverwerteter Kunststoff aus Verbraucherabfällen.
Dazu kommt ein ziemlich dickes Software-Versprechen. Das Fairphone 6+ wird mit Android 16 ausgeliefert, das mindestens bis 2033 Software-Updates erhält. Das passt zur Bastler-Idee: Was hardwareseitig kaputtgeht, kannst du ersetzen. Und softwareseitig soll das Handy ebenfalls viele Jahre nicht zum alten Eisen gehören.
Mehr Power fürs Plus-Modell
Die Firma Fairphone und ihre Produkte sind recht unbekannt, obwohl es beide schon seit vielen Jahren gibt. Vielleicht ändert sich das mit den neusten Modellen? Nun ja … zumindest nicht wegen den Leistungsdaten.
Im Fairphone 6+ stecken 12 GB Arbeitsspeicher und Qualcomms Snapdragon 7s Gen 4. Das normale Fairphone 6 besitzt 8 GB RAM und den Snapdragon 7s Gen 3. Auf dem Papier sieht das nach einem ordentlichen Upgrade aus. Im Alltag ist davon offenbar weniger zu merken. In verschiedenen Praxis- und Labortests läuft das Fairphone 6+ zwar flüssig. Beim normalen Surfen, Navigieren durch Apps oder Streaming fällt der Vorsprung gegenüber dem Fairphone 6 aber kaum auf.
Als Gaming-Plattform solltest du die neuen Smartphones auch nicht einsetzen. Bei aufwendigen 3D-Spielen kommt die Grafik schneller an ihre Grenzen als bei mancher Konkurrenz. Dafür kannst du dich über den großen Akku freuen.
Der Akku bietet 4415 Milliamperestunden, der bei normalem Gebrauch rund zwei Tag durchhält. Im rechenintensiven PCMark-Test hielt das Fairphone 6+ gut zwölf Stunden durch. Das normale Fairphone 6 schaffte etwa anderthalb Stunden mehr.

Der gelbe Schalter setzt dich auf Digital Detox
War’s das? Nein! Eine kleine Besonderheit sitzt an der Gehäuseseite: ein auffälliger gelber Schalter. Damit lässt sich der sogenannte Fairphone-Moments-Modus einschalten.
Der reduziert das Fairphone 6+ auf wesentliche Anwendungen wie Karten oder Kamera. Das soll verhindern, dass du alle 37 Sekunden nachsiehst, ob irgendwo im Internet etwas vollkommen Unwichtiges passiert ist.
Das Gute: Der Schalter lässt sich alternativ mit anderen Funktionen belegen, beispielsweise mit der Taschenlampe.
Was kostet das Fairphone 6 und wann ist es erhältlich?
Das Fairphone 6 ist bereits seit Juni 2025 erhältlich, das Fairphone 6+ erschien am 18. August 2026. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 600 beziehungsweise rund 650 Euro. Im freien Handel findest du das „Öko-Smartphone“ deutlich günstiger, besonders wenn du dazu noch einen Mobilfunk-Tarif abschließt.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Das neueste Fairphone-Modell ist rein technisch und optisch unspektakulär. Sein spannendstes Feature ist ausgerechnet etwas, das früher selbstverständlich war: Du kannst dein Eigentum aufschrauben und kaputte Teile austauschen. Akku müde? Wechseln. USB-C-Buchse hin? Wechseln. Display geschrottet? Ebenfalls wechseln.
Das macht das Fairphone 6+ zum Smartphone für Bastler – allerdings im besten Sinne. Du brauchst keine Werkstatt im Keller und keinen Meisterbrief in Mikroelektronik. Ein paar Minuten Zeit und vielleicht ein Schraubendreher reichen.
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Bilder: Fairphone, Magnific AI















