Cupra verpasst dem Raval ein Tuningpaket von ABT. Wir verraten dir, was (nicht) dahinter steckt und warum der Preis kein Schnäppchen ist.
ABT-Logo drauf, Herzschlag inklusive
Welche Marke des Volkswagen-Konzerns ist gerade total „in“ und „hot“? Porsche? Nö! Audi? Ach nee! VW selbst? Langweilig!
Es ist definitiv Cupra!
Um auf der „Ist das geil!“-Welle weiter zu surfen, haben die Spanier auf dem Pariser Autosalon das CUSTOM CUPRA by ABT Paket für ihren Elektro-Kleinwagen Raval vorgestellt. Premiere hatte das Ding Anfang Oktober in Paris, ab Ende November 2026 landet es im Konfigurator, ausgeliefert wird ab Januar 2027.
Damit wird der eh schon sehr gute und lohnenswerte Cupra Raval noch besser. Zumindest optisch.

Was du kaufst, wenn du das Paket kaufst
Zerlegen wir das mal nüchtern. Das ABT-Paket enthält Splitter vorne und hinten, Seitenschwellеr, einen fetten Dachspoiler, 19-Zöller in matten Schwarz, ABT-Schriftzüge und dunkle Chrom-Logos. Im Innenraum gibt es für die Topversion VZ zusätzlich 3D-gestrickte beheizte Sportsitze, ein besseres Sennheiser-Soundsystem, eine Top-View-Kamera und verbesserte Scheinwerfer.
Und die Motorleistung? Die bleibt exakt da, wo sie war. Null Kilowatt mehr. Null Newtonmeter mehr. Der stärkste Raval, der VZ, hat weiterhin einen E-Motor mit rund 222 PS, sprintet in rund 6,5 bis 7 Sekunden von 0 auf 100 mph und kommt mit einem 52-kWh-Akku auf bis zu 400 Kilometer Reichweite. An der Ladesäule liegt dein 41.000 Euro teures Elektroauto also auf dem Niveau des Serienbruders.
Das heißt: Der Unterschied liegt im Auge des Betrachters. Mehr nicht.

Warum klassisches Tuning bei E-Autos versagt
Bevor du jetzt laut schimpfst, sei gesagt: Das ist nicht ABTs Faulheit! Elektro-Tuning funktioniert nicht wie das Aufmotzen von früher. Chiptuning, Ladedruck erhöhen, ein paar Zeilen im Steuergerät ändern – das war die gute alte Verbrennerwelt.
Bei einem E-Auto sitzt die Leistung hinter verschlossenen Hochvolt-Steuergeräten. Und der Hersteller haftet acht Jahre auf den Akku. Kein vernünftiger Tuner bohrt an so einer Sicherheitsarchitektur herum, nur damit danach vielleicht die Garantie flöten geht.
Also macht ABT das einzig Sinnvolle: Spoiler und Schweller dran, Geld kassieren, Risiko minimieren. Auch für Cupra ist das ein Traumgeschäft. Denn ein paar modifizierte Kunststoffteile kosten in der Zulieferung nicht viel und spülen trotzdem ordentlich Moneten in die Kasse.

Weitere Schattenseiten des ABT-Tunings
Du denkst, du gönnst dir den günstigsten Raval und machst ihn mit dem ABT-Addon richtig schick? Denkste! Das Einstiegsmodell – der Raval Plus – ist von dem Paket komplett ausgeschlossen. Das ABT-Zeug gibt es nur für die gehobenen Linien. Der Aufpreis liegt je nach Ausstattungslinie bei knapp unter 2.000 Euro.
Rechnen wir das mal zusammen: Nimmst du das sportliche Topmodell – den Raval VZ – und klickst das ABT-Paket dazu, landest du bei stolzen 41.690 Euro. Für einen viereinhalb Meter langen Kleinwagen!
In dieser Preisklasse parken längst vollwertige Kompaktstromer oder reichweitenstarke Mittelklässler auf dem Hof. Und die Konkurrenz schläft ebenfalls nicht! Der enge Verwandte aus dem VW-Konzern, der ID Polo GTI, buhlt ebenfalls um Fahrer, die sportlich fahren wollen.

Der eine echte Vorteil: kein TÜV-Terror
Wer früher sein Auto tunen wollte, hatte einen Nebenjob: Ein Gutachten hier, eine Abnahme dort, ein weiteres Mal hinfahren, wenn der Prüfer die Laune nicht hatte. Beim CUSTOM CUPRA by ABT Paket ist das alles ab Werk erledigt. Volle Herstellergarantie, keine Einzelabnahmen, kein Papierkram. Das Paket kannst du direkt bei der Bestellung mitnehmen oder später über das Händlernetz nachrüsten lassen.
Das ist ein echter Fortschritt für alle, die ihren Wagen individuell wollen, ohne den Behördendschungel zu durchqueren. Nur sollte dir klar sein: Individuell sieht das Ding nur aus, bis der zweite ABT-Raval um die Ecke fährt. Das kann durchaus vorkommen. Immerhin hat Cupra beim Raval mit 100.000 erwarteten Einheiten nächstes Jahr ordentlich hohe Stückzahlen geplant. Da wirst du also nicht lange der Einzige mit dem Spoilerpaket bleiben.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Tuning war schon immer zu 80 Prozent Show. Aber früher gehörte zu den anderen 20 Prozent wenigstens ein echter Leistungsschub, über den du an der Ampel lächeln konntest. Was Cupra und ABT hier verkaufen, ist die Schauseite ohne die Substanz. Schade.
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Bilder: ABT















