WD40 No-Gos (Bild: Magnific AI)

WD-40 ist keine Allzweckwaffe! Es kann sogar richtig gefährlich sein

Man könnte meinen, WD-40 sei der Chuck Norris unter den Alltagsmitteln. Ist es aber nicht! Unter Umständen macht es mächtig Ärger.

Die blaue Dose kann doch alles. Oder?

Ein Scharnier quietscht? WD-40 drauf! Die Fahrradkette klemmt? WD-40 drauf! Das Türschloss hakt? WD-40 drauf! Kalk im Bad? WD-40 drauf! Deine Frau nervt? WD-40 drauf!

Die blau-gelbe Dose hat sich über Jahrzehnte den Ruf erarbeitet, eine Allzweckwaffe in Sprühdosenform zu sein. Es gibt nichts, was WD-40 nicht lösen kann.

So die weit verbreitete Meinung…

Ist WD-40 jetzt ein Tausendsassa oder nicht?

Ja, WD-40 kann Quietschen beseitigen, vor Korrosion schützen, Rost und festsitzende Schrauben lösen sowie Klebereste entfernen. Im Internet findest du Hunderte weitere Anwendungsmöglichkeiten.

Aber die Bezeichnung „Multifunktionsspray“ bedeutet nicht, dass du es einfach auf alles sprühen kannst, was dich nervt.

Bei einigen Anwendungen ist WD-40 nur eine kurzfristige Lösung. Bei anderen kann es Material beschädigen oder dich sogar in Lebensgefahr bringen.

Wir zeigen dir hier, bei welchen Anwendungen du vorsichtig sein oder WD-40 sogar weglassen solltest.

Fahrrad herrichten (Bild: Magnific AI)
Ein typisches Einsatzgebiet von WD-40 ist das Fahrrad bzw. das E-Bike. Zu Recht?

Deine Fahrradkette braucht etwas anderes

Diese Situation kennst du, oder? Die Kette quietscht, also bekommt sie eine ordentliche Dusche WD-40. Danach ist Ruhe.

Fall erledigt? Nö. WD-40 besitzt zwar schmierende Bestandteile. Es ist aber kein Ersatz für ein dauerhaftes Kettenschmiermittel. Denn als Kriechmittel löst WD-40 hauptsächlich nur den Schmutz. Der Schmiereffekt hält aber nicht lange an.

Für deine Fahrradkette heißt das: Das vermeintliche Wunderspray kann beim Reinigen hilfreich sein. Danach gehört aber wieder ein geeignetes Kettenöl oder Kettenspray drauf.

👉 Merke dir: Ein Schraubenschlüssel ist schließlich auch kein Hammer, nur weil man damit theoretisch einen Nagel treffen kann. So ist WD-40 auch kein Ersatz für ein gutes Schmiermittel.

Kunststoff und Gummi? Lieber nicht blind draufhalten!

Bei Metall fühlt sich WD-40 ziemlich wohl. Bei Kunststoff wird die Sache komplizierter.

Bestimmte Kunststoffe können durch den Kontakt mit dem Alleskönner-Mittel wirklich Schaden nehmen. Selbst der Hersteller von WD-40 weist beispielsweise darauf hin, dass bei klarem Polycarbonat und Polystyrol kleine Haarrisse oder größere Risse auftreten können. Und bestimmte Gummisorten können bei längerem Kontakt anschwellen.

Das Problem: An deinem Fenster, Auto, Werkzeug oder Haushaltsgerät steht selten im Detail drauf, aus welcher Kunststoffmischung irgendeine kleine Buchse oder Dichtung besteht.

👉 Deshalb gilt: Sprühe keine Kunststoff- oder Gummiteile mit WD-40 ein. Ein dafür geeignetes Silikonspray gilt häufig als die bessere Wahl.

WD-40 ins Klo? Gaaanz schlechte Idee!

Im Internet findet sich praktisch für jedes Problem irgendein genialer Trick. Entsprechend kursiert auch der Tipp, WD-40 gegen Kalk und Urinstein in der Toilette einzusetzen.

Funktionieren kann das durchaus. Machen solltest du es trotzdem nicht.

Die WD-40 Company rät ausdrücklich von Anwendungen ab, bei denen das Produkt ins Grundwasser gelangen kann. Denn das chemische Gemisch enthält Öl. Deshalb gehört es nicht ins Abwasser oder gar direkt in die Umwelt!

👉 Fürs Klo gibt es zahlreiche Reiniger, die genau für diesen Job gedacht sind. Immer mehr tragen sogar ein Öko-Siegel.

Mann der seine Jacke mit WD-40 reinigt (Bild: Magnific AI)
Eine dreckige Jacke mit WD-40 reinigen? Keine gute Idee!

Bitte Teppich und Klamotten erst testen

Kaugummi im Teppich … könnte da nicht … na? Ja, auch hier kann WD-40 helfen. Es lassen sich damit Kaugummireste lösen. Übertreibe es allerdings nicht mit dem Einsatz des schmierigen Mittels!

WD-40 auf Textilien? Eher nicht. Hier drohen Verfärbungen. Deshalb solltest du das Spray zunächst an einer unauffälligen Stelle ausprobieren.

👉 Seine Klamotten mit WD-40 statt mit Seife und ähnlichen Waschmitteln zu reinigen … Wow, worauf die Fans so kommen! Wir raten dir jedoch, sicherheitshalber herkömmliche Reinigungsmethoden zu verwenden. 

Bei Strom hört der Spaß ziemlich schnell auf

Metallteile an Elektrowerkzeugen lassen sich mit WD-40 behandeln. Doch bevor du mit der Dose auf die Bohrmaschine oder andere elektrische Geräte losgehst, gilt eine ziemlich wichtige Regel: Stecker raus!

Ja, ganz wichtig: Spannungsführende Teile müssen vor dem Besprühen vom Strom getrennt werden. Außerdem sollte ausreichend gelüftet werden. Warum? Das Aerosol ist entzündlich. Es hat deshalb nichts in der Nähe aktiver Stromquellen oder möglicher Zündquellen verloren!

👉 Also: Stecker raus, dann behandeln, dann lüften, dann erst wieder den Strom einschalten! Klingt selbstverständlich. Ist aber genau die Sorte Selbstverständlichkeit, an die man sich gern erst erinnert, wenn es irgendwo knallt.

Lackschaden Auto (Bild: Magnific AI)
Ja, am Auto mit Panzertape zu hantieren kann eine seeehr doofe Idee sein!

Auch Lack ist kein WD-40-Fan

Noch so ein Kandidat für übermotivierte WD-40-Sprüher: lackierte Oberflächen. Klar, die wollen gereinigt werden, wenn ein nerviger Aufkleber oder Panzertape-Kleberest die Formen des Autos verschandeln.

Doch: WD-40 kann bestimmte Wachsschichten und Wachspolituren aufweichen. Ebenso Lack.

👉 Wie so oft gilt: Nicht einfach großflächig lossprühen! Erst überlegen, was darunter liegt. Oder mach dich schlau, ob WD-40 wirklich, wirklich, wirklich für die Oberfläche geeignet ist. Ansonsten droht dir ein unschöner oder gar teurer Schaden.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

WD-40 hat seinen Kultstatus definitiv verdient. Eine Dose im Keller, in der Garage und in der Werkstatt gehört heute zur Grundausstattung eines jeden Mannes.

Problematisch wird es jedoch, wenn aus einem vielseitigen Helfer plötzlich eine Art Religion wird. Die blaue Dose kann viel. Zaubern und Wunder vollbringen kann sie jedoch nicht!

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Bilder: Magnific AI

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