Koi Pla gilt in Thailand als traditionelle Spezialität. Das Problem: Diese Mahlzeit kann einen sehr gefährlichen Parasiten übertragen.
Der Teller sieht harmloser aus, als er ist
Thailand. Endlich bist du hier. Vor dir ein kaltes Bier. Zudem ein Teller mit Reis und fein gehacktem Fisch. Keine frittierte Touri-Massenware, sondern richtig lokale Küche. Der Gastgeber nennt das Gericht Koi Pla. Also … rein damit?
Nein! Denn ausgerechnet diese Spezialität gehört zu den Gerichten, bei denen dein kulinarischer Entdeckergeist eine ziemlich bescheidene Idee sein kann. Koi Pla wird mit rohem beziehungsweise nicht ausreichend erhitztem Süßwasserfisch zubereitet.
Darin kann ein Parasit sitzen, den du weder siehst noch schmeckst. Opisthorchis Viverrini heißt er, auch bekannt als südostasiatischer Leberegel. Das Vieh ist winzig. Seine möglichen Folgen sind es nicht.
Was genau ist Koi Pla?
Koi Pla wird vor allem im Nordosten Thailands gegessen. Für das Gericht hackt man Süßwasserfische klein und vermischt sie mit Limettensaft, Kräutern, Gewürzen und weiteren Zutaten. Das soll lecker sein, sagt man.
Nur gibt es einen entscheidenden Haken: Der Limettensaft verändert zwar Farbe und Konsistenz des Fischfleischs. Er ersetzt aber kein gründliches Erhitzen oder Kochen. Das heißt, die Leberegel und ihre Larven werden nicht abgetötet.

Der Parasit hat schwere Folgen für dich
Wenn du einen infizierten Fisch roh oder nicht ausreichend gegart isst, können die Larven des Leberegels in deinen Körper gelangen. Rein, raus, weg – so läuft’s leider nicht ab.
Die Parasiten überleben deine Magensäure, entwickeln sich weiter und siedeln sich dann in deinen Gallengängen an. Dort können sie über längere Zeit Entzündungen, Vernarbungen und andere Schäden verursachen. Das Hinterhältige dabei ist: Eine leichte Infektion kann zunächst völlig unauffällig bleiben.
Du isst also Koi Pla, fühlst dich danach hervorragend, trinkst noch ein Singha und verbuchst den Abend unter „authentisches Thailand erlebt“. Dass unerwünschte Passagiere mitgereist sein könnten, merkst du gar nicht.
Was sind die langfristigen Folgen?
Eine Infektion mit Opisthorchis Viverrini wird von der Weltgesundheitsorganisation als krebserregend einstuft. Im Mittelpunkt steht das Cholangiokarzinom, also Gallengangkrebs. Warum? Die chronische Infektionen, die durch die Fischlarven ausgelöst werden können in den Gallengängen immer wieder Entzündungen verursachen.
Über Jahre können dadurch Veränderungen entstehen, die das Krebsrisiko deutlich erhöhen. Das bedeutet allerdings nicht, dass du nach einem Teller Koi Pla automatisch Krebs bekommst! Hier wird im Konjunktiv gesprochen. Das bedeutet, du kannst Krebs von der thailändischen Fischmahlzeit bekommen. Das muss aber nicht die Folge sein!

20.000 Koi-Pla-Tote pro Jahr!?
Rund um Koi Pla kursiert häufig die dramatische Zahl von bis zu 20.000 Todesfällen. So viele Menschen, hauptsächlich Thailänder, verenden vermutlich jährlich daran.
Dabei sollte man sauber bleiben: Diese Menschen sterben nicht unmittelbar nach dem Verzehr eines Tellers Koi Pla. Die Zahl stammt aus wissenschaftlichen Schätzungen zur enormen Belastung durch Gallengangkrebs insbesondere im Nordosten Thailands. Die Erkrankung ist dort stark mit Infektionen durch den Leberegel verbunden.
Koi Pla ist also nicht irgendein Giftgericht, das nach drei Bissen den Sensenmann an den Tisch bestellt. Das Problem ist die mögliche und häufige Parasiteninfektion danach. Deshalb gibt es in Thailand ein Programm, um die Menschen vor der Mahlzeit zu warnen.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Koi Pla ist gefährlich. Du möchtest in deinem Thailand-Urlaub trotzdem Fisch essen? Kein Problem, iss ihn nur nicht roh. Gründliches Erhitzen ist die zuverlässigste Methode, um Parasiten unschädlich zu machen. Bestelle also gegrillten, gebratenen, gekochten oder gedämpften Fisch.
Verlasse dich auch nicht auf vermeintlich sichere Hausmittel. Scharf gewürzt bedeutet nicht parasitenfrei! Und Alkohol tötet die Gefahr ebenfalls nicht ab! Leider, leider.
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Bilder: Magnific AI















