Handy am Steuer im Auto (Bild: Magnific AI)

Handy am Steuer: Diese Fehler kosten dich richtig viel Geld

Mal kurz auf die Smartwatch oder das Smartphone geschaut? Das kann teuer werden – wenn du dich als Fahrer in einem Auto befindest.

Mobiltelefon im Auto – eine Gefahr

Du kennst die Szene. Auto steht, Ampel ist rot, Smartphone klingelt. Also schnell rangehalten, nur kurz „Bin gleich da“ gesagt. Schließlich steht das Auto ja. Denkste!

Denn die Regel ist knallhart: Das Handy darfst du nur dann ans Ohr nehmen, wenn das Auto steht und der Motor komplett ausgeschaltet ist. Komplett heißt komplett. Der Leerlauf im Stand reicht nicht. Und die Start-Stopp-Automatik an der Ampel auch nicht.

Wenn der Motor von selbst ausgeht, damit du Sprit sparst, gilt das nicht als „Motor aus“. Ziemliche Erbsenzählerei, oder?

Die Liste der No-Gos ist lang

Hier wird es richtig unangenehm. Denn verboten ist nicht nur der Anruf mit dem Smartphone am Ohr. Auch Nachrichten schreiben oder lesen sind tabu. Sogar die Uhrzeit ablesen, wenn du dafür das Handy in die Hand nehmen musst. Und selbst das Ablehnen eines Anrufs per Knopfdruck auf dem Gerät untersagt der Gesetzgeber.

Oha. Das heißt also: Wer am Steuer kurz guckt, ob die Frau schon geantwortet hat, macht sich strafbar. Und wer im Stau die Netflix-Folge weiterguckt, ebenfalls.

Es trifft nicht nur dein Handy

Paragraf 23 der deutschen Straßenverkehrsordnung kennt nämlich keine Ausreden. Das Verbot gilt für jedes elektronische Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient. Das ist eine richtig lange Liste: Tablets, Touchscreens, elektronische Terminplaner, E-Book-Reader, MP3-Player, Laptops, DVD- und Blu-Ray-Player, Smartwatches, Diktiergeräte, Navis, Fernseher und Videobrillen wie Virtual-Reality- oder Google-Glass-Brillen.

Deine Smartwatch unter dem Hemdsärmeln ist also kein Freibrief. Wer am Lenkrad die Nachrichten auf der Uhr liest, fährt genau so verboten wie der Typ mit dem Tablet auf dem Beifahrersitz.

Auto / Smartwatch (Bild: Magnific AI)
Das weiß kaum einer: Auf die Smartwatch schauen ist genauso verboten wie der Blick aufs Mobiltelefon.

Was kosten dich die Verstöße?

Der Standard-Fall in Deutschland wurde klar geregelt: 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Seit der Bußgeldreform 2017 ist der Handyverstoß ein schwerwiegender A-Verstoß, der Punkt bleibt zweieinhalb Jahre stehen.

Aber Vorsicht, es geht steil bergauf. Gefährdest du andere, sind es schon 150 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Richtest du einen Sachschaden an, sind es 200 Euro. Und in der Probezeit wird es besonders fies: Ein Ablenkungsverstoß verlängert deine Probezeit von zwei auf vier Jahre und ein Aufbauseminar wartet auch noch auf dich.

Unfall mit Todesfolge: Ein Urteil, das du kennen solltest

Vielleicht denkst du jetzt: Ist doch nur ein Bußgeld, kann ja nicht so schlimm sein. Falsch gedacht! Das Oberlandesgericht Hamm hat einen Autofahrer zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt. Ohne Bewährung.

Was war passiert? Der Mann hatte während der Fahrt zwei Textnachrichten gelesen und eine kurze Antwort getippt. Kurz darauf überfuhr er drei Menschen. Zwei Kinder wurden schwer verletzt, ihre Mutter starb. Obendrein war er in einer Tempo-70-Zone 15 km/h zu schnell unterwegs.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Zehn Euro für eine Handyhalterung oder ein Jahr und neun Monate ohne Bewährung – na, welchen Weg wählst du?

Wir nehmen mal an, du entscheidest dich für das Smartphone in der Halterung und die Freisprecheinrichtung. Und wenn eine WhatsApp aufploppt, dann bleib standhaft. Warte, bis du einen echten Halt machst. Ansonsten wird das „Ach, ich tippe mal schnell eine Antwort“, sehr, sehr schmerzlich!

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Bilder: Magnific AI

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