Aperol-Glas (Bild: Magnific)

Ist Aperol krebserregend? Gerücht oder Wahrheit?

Aperol soll wegen seiner Farbstoffe „extrem krebserregend“ sein – heißt es im Internet. Stimmt das? Was ist wirklich dran?

Das Thema, das jede Stimmung versaut

Über viele Wochen hinweg warst du hyperaktiv auf verschiedenen Onlinebörsen unterwegs. Ja, das Onlinedating hat dir echt Schweißperlen auf die Stirn gezeichnet. Doch nun hast du es geschafft: Eine Angebetete sitzt bei dir im Wohnzimmer auf der Couch.

Nun solltest du die nächste Stufe der Liebesrakete zünden. Also: Das Licht ein wenig dimmen, sanfte Musik an … und ein passendes Getränk muss her. Was? Bier? Nö, zu primitiv. Wein? Schon eher, aber Geschmackssache. Aperol Spritz? Das zieht immer!

Also verziehst du dich in deine Küche und mixt einen Aperol Spritz nach Original-Rezeptur. Doch als du den bekömmlichen und beliebten Cocktail der Dame überreichst, sagt sie fast schnippisch: „Du weißt schon, dass Aperol krebserregend ist, oder?“

Bäm. Die Stimmung ist dahin. Statt Romantik folgt nun eine Diskussion über die (Nicht-)Gefährlichkeit von Aperol. Damit du dafür gewappnet bist, nennen wir dir die wichtigsten Fakten zur Lage.

Wichtig: Dieser Text ist kein medizinischer Ratgeber und ersetzt keinen Arztbesuch. Suche bei gesundheitlichen Beschwerden bitte immer professionelle, medizinische Hilfe auf!

Was ist in Aperol drin?

Woher kommt die Behauptung, ein Aperol Spritz könnte Krebs verursachen? Wenn du auf das Etikett der Aperol-Flasche schaust, siehst du ein paar Zutaten. Zum Beispiel Wasser, Alkohol, Zucker, Kräuter und Farbstoffe. Die Farbstoffe tragen die Bezeichnung E110 und E124.

E110, auch Gelborange S genannt, und E124 beziehungsweise Cochenillerot A gehören zu den sogenannten Azofarbstoffen. Beide dürfen in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet werden. Sie sorgen für den besonderen Farbton.

Sind diese E-Zutaten gefährlich?

Jein. Die im Aperol enthaltenen Azofarbstoffe sind in der EU streng reguliert und zugelassen. Sie gelten laut der Pharmazeutischen Zeitung in üblichen Verzehrmengen als gesundheitlich unbedenklich.

Völlig ohne Diskussion sind die Farbstoffe trotzdem nicht. Sie können bei empfindlichen Menschen unter anderem pseudoallergische Reaktionen auslösen. Nur: Eine mögliche Allergiegefahr untermauert keine allgemeine Aussage wie „Aperol verursacht Krebs“!

Aperol Spritz im Glas (Bild: Magnific)
Na, wer kann solch einem leckeren Anblick widerstehen?

Aber: Aperol ist nicht harmlos!

Jetzt kommt der Teil, den vermutlich niemand hören möchte: Ja, Aperol kann Krebs verursachen – jedoch nicht wegen der Farbstoffe. Das eigentliche Krebsrisiko im Aperol Spritz heißt: Alkohol!

Alkoholische Getränke werden von der Internationalen Agentur für Krebsforschung seit Jahrzehnten als krebserregend für Menschen eingestuft. Konkret gehören alkoholische Getränke zur Gruppe 1. Das bedeutet: Es gibt ausreichende wissenschaftliche Belege dafür, dass Alkoholkonsum tatsächlich gefährliche Krankheiten begünstigen kann.

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Alkohol aus Bier, Rotwein, Whisky oder einem hübschen orangefarbenen Glas mit Eiswürfeln und Orangenscheibe kommt. Der Kernstoff ist immer der gleiche. Und der stellt eine Gefahr dar.

Warum hält sich das Aperol-Gerücht?

Das ist unklar. Eine Erklärung könnte sein: Weil zwei kompliziert klingende E-Nummern ziemlich gute Bösewichte abgebenl. E124 klingt beispielsweise nach Chemielabor und Schutzanzug.

Zumal Farbstoffe, besonders die Azofarbstoffe, immer wieder in der Kritik stehen und für klickstarke Schlagzeilen sorgen. Dazu kommt, dass es seit Jahren einen Trend zur gesünderen, biologischeren Ernährung gibt. In dieses Weltbild passen künstliche Beigaben nicht hinein.

Aperol Date (Bild: Magnific)
Ein guter Aperol Spritz kann ein Date entspannter machen – wenn es keine Diskussion über die Risiken des Getränks gibt.

Musst du Aperol jetzt aus dem Getränkeschrank verbannen?

Das musst du selbst wissen. Wegen der Behauptung, die enthaltenen Farbstoffe würden Aperol zu einem besonders gefährlichen Krebs-Cocktail machen: Nö. Dafür gibt es nach aktuellem wissenschaftlichem Stand keine belastbare Grundlage.

Als gesundes Getränk sollte man Aperol Spritz allerdings nicht verkaufen. Er enthält Alkohol. Für dessen Zusammenhang mit Krebs gibt es jede Menge sehr gute Belege. Daher solltest du dir eher die grundsätzliche Frage stellen, ob du überhaupt etwas Alkoholisches konsumieren möchtest.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Sagen wir, wie es ist: Wegen eines Aperol Spritz wirst du nicht gleich sterben. Wenn deine Dating-Braut aber wegen eines Glases eine Diskussion eröffnet, hast du ein anderes Problem, als die vermeintlichen Giftstoffe. Du hast wohl eine Dame eingeladen, die lieber labert und zetert, als das Kennenlernen mit dir zu genießen.

Vielleicht ist es besser, den Abend alleine zu verbringen … mit einem Aperol Spritz, einem Jägermeister oder einem Bier. So, wie du es magst.

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Bilder: Magnific AI

 

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