Über E-Autos gibt es einige Mythen. Einer davon ist, dass die Akkus schnell kaputtgehen würden. Das stimmt. Aber nur bei einem bestimmten Fahrstil!
Ampel grün. Strompedal runter.
Was ist das Geilste an Elektroautos? Die Beschleunigung! Um in den Sitz gedrückt zu werden, brauchst du weder einen Porsche, noch einen Tesla. Selbst elektrische Kleinwagen liefern eine Performance, die jeden Diesel-Dieter neidisch schauen lassen.
Daher kennst du sicherlich diese Situation: Du stehst an einer Ampel. Dein Fuß ist auf dem Gaspedal. Die Ampel springt auf Grün und der rechte Fuß übernimmt das Kommando. Dein Elektromotor liefert sofort ein sattes Drehmoment. Deine Karre prescht los. Yeeeeehaaaaa!

Was du liebst, hasst dein E-Auto
Mit Vollgas lospreschen, yesss, das ist Fahrspaß pur. Doch was du als Orgasmus des kleinen Mannes empfinden magst, sieht der Akku unter deinem Hintern ganz anders. Er hasst es, dass du ihn wie ein Formel-1-Auto behandelst!
Warum? Eine Untersuchung mit realen Elektroauto-Fahrdaten kommt zu einem ziemlich deutlichen Ergebnis: Je aggressiver gefahren wird, desto stärker fällt die Batteriealterung aus.
Die Daten und Fakten
Für die Untersuchung mit dem Titel „Physics-aligned causal inference of driving styles on electric vehicles battery aging“ wurden die Betriebsdaten von mehreren Elektroautos desselben Modells in Guangzhou (China) ausgewertet. Dafür hat man ein Jahr lang unter anderem Daten wie Geschwindigkeit, Batteriestrom, Ladezustand, Spannung und Temperatur erfasst.
Anschließend teilten die Forscher das Fahrverhalten in fünf Stufen ein – von sparsam bis besonders aggressiv. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: Beim aggressivsten Fahrstil gab es einen Akku-Kapazitätsverlust von 53 Prozent, beim sparsamsten Fahrstil waren es nur 21 Prozent.
Anders gesagt: Der Verlust war bei den Bleifuß-Fahrern mehr als 2,5-mal so hoch als bei den E-Auto-Besitzern, die mit ihrem Elektroauto entspannt durch die Gegend cruisten.

Nicht die Geschwindigkeit ist das Hauptproblem!
Bei der im August 2026 veröffentlichten Studie ist Folgendes sehr spannend: Offenbar geht es nicht einfach darum, ob du mit deinem Elektroauto schnell oder langsam unterwegs bist. Vielmehr sind starke Leistungsanforderungen entscheidend.
Mit anderen Worten: Heftiges Beschleunigen bedeutet hohe Ströme. Genau diese Stromspitzen scheinen dem Akku stärker zuzusetzen. Das heißt, es sind die kleinen Drag Races, die deine Batterie nicht mag. Nicht das Vollgasgeben auf der Autobahn.
Das haben zumindest die drei chinesischen Wissenschaftler herausgefunden. Ob ihre Erkenntnisse für die breite Masse gelten, muss jedoch kritisch betrachtet werden. Denn für die Studie wurden laut Scinexx.de lediglich 15 Testfahrzeuge verwendet.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Natürlich kauft niemand ein Elektroauto mit ordentlich Leistung, um anschließend jeden Beschleunigungsvorgang wie eine Fahrprüfung zu absolvieren. Wer ein paar hundert Pferde unter der Haube hat, möchte sie auch gelegentlich aus dem Stall lassen. Absolut verständlich!
Aber „gelegentlich“ ist eben etwas anderes als „bei jeder Gelegenheit“. Denn hohe Stromspitzen kosten nicht nur Energie. Sie können auch die Lebensdauer des Akkus deines E-Autos verkürzen. Ist es also wirklich sinnvoll, bei jeder Ampel ein Wettrennen mit deinem „Ich geb Gas, ich will Spaß“-Ego zu veranstalten?
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Bilder: Magnific AI















