War Maggi Ravioli auch deine Leibspeise als Kind? Klaro! Doch heute solltest du besser die Finger davon lassen, denn das Fertigessen ist belastet!
Früher „Must Have“, nun eher „Lass mal“
Woran denkst du, wenn du an Zelten denkst? Sicherlich schnell an Bunsenbrenner und Ravioli. Das alles gehört zusammen wie Dieter Bohlen und Modern Talking. Besonders beliebt sind und waren die Dosen-Ravioli von Maggi. Die hast du sicherlich schon hunderte Male gegessen.
Stehen sie noch heute auf deiner Einkaufsliste? Isst du Ravioli mehrmals im Jahr oder mehrmals im Monat? Dann solltest du ab sofort zurückhaltender sein. Es gibt nämlich ein dunkles Geheimnis.
Was ist los?
Für die Ausgabe 09/2026 hat das Magazin „Öko-Test“ insgesamt 52 Dosenprodukte untersuchen lassen, darunter Ravioli, Linseneintopf, Gemüse, Ananas und Heringsfilets. Auf dem Prüfstand standen spezielle Industriechemikalien. Genauer gesagt: Bisphenol A (BPA), Bisphenol S (BPS) und Bisphenol F (BPF).
Was ist an diesen Stoffen so besonders? Sie stecken in den Innenbeschichtungen von Konservendosen. Von dort aus können sie ins Essen und schließlich in deinen Körper übergehen.
Das Ergebnis fiel ernüchternd aus. Manch einer würde sogar schockierend sagen. Denn 42 von 52 Dosenprodukten sind laut Öko-Test „hoch” oder „sehr hoch” mit Bisphenolen belastet. Bei sechs Produkten lagen die BPA-Werte sogar über dem Hundertfachen der von der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA als unbedenklich angesehenen Tagesmenge.
Ausgerechnet die Maggi Ravioli
Der negative Spitzenreiter des Tests waren Maggi Ravioli in Tomatensauce. Das Produkt weist laut Öko-Test den höchsten im gesamten Test gemessenen BPA-Gehalt auf. Eine Portion (400 g) enthält demnach 833-mal so viel BPA, wie die EFSA bei täglicher Aufnahme noch als tolerierbar bewertet.
Öko-Test rechnet drastisch vor: Eine 60 Kilo schwere Person nimmt mit einer Portion Dosen-Ravioli von Maggi mehr BPA auf, als sie in über zwei Jahren zu sich nehmen sollte. Neben BPA wurden auch erhöhte Werte anderer Bisphenole festgestellt. Krass!
Die Tester stufen die Belastung somit als „sehr hoch” ein. Damit gehört die Maggi-Konserve zu den größten Verlierern des gesamten Tests. Hättest du erwartet, dass eine seit Jahrzehnten bekannte Kultspeise so „vergiftet” sein kann?

Warum ist das Ergebnis wichtig für dich?
Bisphenol A steht im Verdacht, hormonell zu wirken. Warum ist das kritisch? Hormonhaushalt, Fruchtbarkeit und Stoffwechsel sind genau die Baustellen, bei denen keiner reinpfuschen sollte. Besonders nicht bei Männern, die Kinder zeugen wollen.
Jetzt kommen wir zum … nun ja … „kuriosen“ Part: Rechtlich ist alles sauber. Wie jetzt? Ja! Denn für Bisphenole in Lebensmitteln gibt es in Deutschland keinen gesetzlichen Grenzwert, gegen den die Produkte verstoßen würden. Die EU hat BPA in Lebensmittel-Kontaktmaterialien zwar verboten – aber für Konservendosen gelten noch Übergangsfristen. Deshalb stehen belastete Dosen nach wie vor im Regal.
Nestlé, der Mutterkonzern hinter Maggi, betont, alle Produkte seien sicher und uneingeschränkt zum Verzehr geeignet. Und die Pressestelle teilte Öko-Test mit, dass die Außenbeschichtung der Maggi Ravioli inzwischen auf ein BPA-freies System umgestellt worden sei. Wann die neuen Dosen überall im Handel ankommen, ist allerdings noch offen…
4 Dinge, die du nun tun kannst
1️⃣ Nicht in Panik verfallen
Eine Mahlzeit aus der Dose ist kein Grund zur Sorge. Es geht um die Summe und Häufigkeit. Wenn du regelmäßig und oft zum Dosenfutter greifst, solltest du allerdings umdenken.
2️⃣ Dosen meiden
Öko-Test empfiehlt, möglichst oft frische Lebensmittel zu essen oder auf Produkte, die im Glas gelagert werden, umzusteigen.
3️⃣ Dosen umfüllen
Lagere Essensreste nicht in der offenen Dose, sondern in einem Schraubglas. Natürlich gekühlt.
4️⃣ Auf die Ausnahmen achten
Nicht alle Dosen sind belastet. Es gibt auch viele ohne nachweisbare Bisphenole.
Fazit
„Lange haltbar und praktisch“ bedeutet nicht automatisch „unbedenklich“. Das ist nachvollziehbar. Trotzdem blendet man das gerne aus. Vor allem, wenn man mit Freunden um ein Lagerfeuer oder einen Bunsenbrenner sitzt und plötzlich unglaublich Appetit auf Maggi-Ravioli bekommt. So wie früher, in den guten alten Zeiten.
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Bilder: Magnific AI















