Leckeres Essen, süffiges Bier und Bedienungen mit tiefen Ausschnitten. Klingt gut? Trotzdem scheint das Konzept von Hooters am Ende.
Ein Zettel an der Tür, das war’s dann
Juni 2026, Wolf Road in Colonie. Ein Vorort von Albany im Bundesstaat New York. An der Tür des letzten Hooters-Restaurants des ganzen Staates klebt ein Zettel. Sinngemäß steht da: Wir sind unendlich dankbar für die vielen Jahre mit guten Zeiten, kaltem Bier, heißen Wings und unvergesslichen Momenten. Der Laden hat 15 Jahre durchgehalten. Dann war Schluss.
Dieser Zettel ist kein Einzelfall, sondern mittlerweile die Regel. Überall in den USA und im Rest der Welt gehen gerade Hooters-Filialen zu. Ganze Bundesstaaten sind inzwischen komplett ohne die Restaurant-Kette. Selbst der Gründerstaat Florida verliert gerade seine legendärsten Standorte.
Falls du das letzte deutsche Hooters suchst, das findest du, wenn überhaupt, auf St. Pauli. Und auch da ist die Lage, sagen wir es vorsichtig, speziell. Mehr dazu gleich.
Erst die Pleite, dann der Ausverkauf
Am 31. März 2025 hat Hooters of America in Texas Chapter 11 angemeldet, also ein Sanierungsverfahren unter Gerichtsaufsicht. Anlass: rund 376 Millionen Dollar Schulden. Zum Zeitpunkt der Anmeldung betrieb der Konzern 151 Restaurants selbst, weitere 154 liefen bei Franchise-Nehmern.
Der Plan war ein Ausverkauf im doppelten Sinn: Alle Konzern-Restaurants sollten an eine Käufergruppe verkauft werden, angeführt von Neil Kiefer, einem langjährigen Hooters-Manager und früheren Anwalt der Marke, unter Beteiligung der Gründer. Herausgekommen ist ein reines Franchise-Modell. Ende 2025 war die Kette offiziell aus der Insolvenz draußen.
Die Zahlen danach lesen sich trotzdem wie ein Kontoauszug nach einer durchzechten Nacht. Laut Technomic ist der Systemumsatz um 17,6 Prozent auf 559 Millionen Dollar gefallen. Allein durch das Insolvenzverfahren wurden rund 40 Standorte dichtgemacht. Von einst 400 Restaurants in den USA sind noch etwa 175 übrig.
Na, hast du mitgerechnet? Genau – die Kette hat sich mehr als halbiert.

Ganze Bundesstaaten sind Hooters-frei
Das Hooters-Sterben geht munter weiter. 2026 hat die Kette laut Marktdaten mindestens 55 weitere Restaurants geschlossen und sich komplett aus vier Bundesstaaten verabschiedet: Massachusetts, New York, Connecticut und Minnesota.
In Minnesota fiel die letzte Filiale gleich mit ordentlich Symbolkraft: Der Laden im Mall of America, seit dem ersten Tag 1993 dabei, machte am 22. März 2026 nach 33 Jahren zu. Und in Jacksonville, Florida, also quasi im Hooters-Geburtsland, fiel die letzte Filiale nach rund 38 Jahren.
Das Kurioseste: Der Jacksonville-Laden stand Anfang Oktober 2026 immer noch mit Öffnungszeiten auf der offiziellen Hooters-Website. Die Kette weiß also teilweise selbst nicht mehr, was von ihr übrig ist.
Gibt es Hooters noch in Deutschland?
2006 eröffnete die erste deutsche Filiale im saarländischen Neunkirchen, danach folgten Köln, Düsseldorf, Bochum, Karlsruhe, Frankfurt am Main und Berlin. Die Kneipen-Philosophie war überall dieselbe wie in den USA: Burger, Chicken Wings und Servicepersonal in sexy, engen Klamotten.
Zog das Konzept in Deutschland? Nö! Die Muttergesellschaft – Wings of Germany – rutschte ebenso in die Insolvenz. Eine Filiale nach der anderen machte dicht.
Anfang 2018 gab es einen letzten Neustart-Versuch auf der Reeperbahn in Hamburg. Ein Restaurant mit 250 Plätzen. Samt US-Trainerinnen, die den Kellnerinnen beibringen sollten, wie man Chicken Wings fachgerecht serviert.
Doch auch dieser eine Laden hatte Pech: Es kam zu einem Großbrand. Bis heute wurde das Hooters in Hamburg nicht wiedereröffnet. Und auch der Laden in Frankfurt am Main hat geschlossen – obwohl Google etwas anderes behauptet.

Ausgerechnet jetzt kommt ein Film
Hooters geht dem Ende zu. Es liegt röchelnd am Boden. Mitten in diesem Sterben hat Hollywood beschlossen, dass die Welt einen Film über die Anfänge dieser Kette braucht. Hooters – The Movie ist laut Branchenblatt „Deadline“ tatsächlich in Arbeit, das Casting läuft.
Regie übernimmt Jon Rosenbaum, immerhin Emmy-nominiert, bislang aber vor allem für Kinderserien zuständig. Produziert wird das Ganze von keinem Geringeren als Mitgründer Ed Droste, 75, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat. Sein Ton ist dabei bemerkenswert unbeschwert: Es gebe viel Drama, aber auch jede Menge Herz und Spaß. Und natürlich seien die weltberühmten Hooters Girls die eigentlichen Stars.
Die Handlung klingt nach einer klassischen Buddy-Komödie: Ted und Lenny, beste Freunde aus einer Kleinstadt in Iowa, ohne jede Gastronomie-Erfahrung, machen sich auf den Weg nach Clearwater Beach in Florida. Ted hat sich in Diane verguckt, die er nur aus einem Werbespot im Fernsehen kennt. Am Ende wird Diane das allererste Hooters Girl.
Stimmt das alles? Steckt dahinter die wahre Hooters-Story? Nicht wirklich. Es werden einige Dinge … nun ja … frei interpretiert.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Hooters war nie ein typisches Restaurant. Es war ein Ort, an dem Männerträume wahr wurden. Denn was will man(n) mehr als Bier, Fleisch und halbnackte Mädels? Doch mit der Zeit verlor das Konzept seinen Reiz. Die Welt verändert sich. Hooters jedoch blieb sich treu. Im Gegensatz zur katholischen Kirche überlebte die Restaurant-Kette jedoch nicht.
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Bilder: Magnific AI















