Der Commodore 64 ist zurück. Schon wieder. Diesmal allerdings als „Wow, ist das cool“-Sammlerausgabe im Cyberpunk-Look.
Äh … ist das jetzt ein neuer C64?
Wenn du in den 1980ern einen Commodore 64 auf deinem Schreibtisch stehen hattest, dürftest du beim ersten Blick auf den neuen Commodore 77 kurz an deiner Zeitrechnung zweifeln. Das Gerät sieht aus wie der legendäre „Brotkasten“. Nur wirkt dieses Exemplar so, als hätte es die vergangenen 45 Jahre nicht im Hobbykeller, sondern irgendwo in einer Seitenstraße von Night City verbracht.
Das ist so gewollt! Am 25. August 2026 haben Commodore und CD Projekt Red den Commodore 77 enthüllt. Der Heimcomputer ist eine Special Edition des bereits erhältlichen Commodore 64 Ultimate. Nur dass das Design stark von Cyberpunk 2077, dem Mega-Game von CD Project Red, inspiriert wurde.
Das bietet der Commodore 77
Beim Design haben sich die Entwickler sichtbar ausgetobt. Metallplatte, Warnhinweise, Graffiti, ein halbtransparentes rauchgraues Unterteil und türkisfarbene Beleuchtung sollen den Commodore 77 aussehen lassen wie ein Cyberpunk-Terminal.
Nicht nur das: Mitgeliefert wird ein exklusives Shard-Modul im Arasaka-Stil. Darauf befindet sich eine speziell für den Commodore 77 entwickelte Demo. Während die Demo läuft, kann die Beleuchtung des Rechners passend zur Musik reagieren.
Außerdem gibt es einen Cyberpunk-BASIC-Startbildschirm, angepasste Menüs, Sammler-Verpackung, Pins, Sticker und ein eigens gestaltetes Handbuch mit Cyberpunk-Lore und BASIC-Programmen zum Abtippen.
Ja, richtig gelesen: 2026 verkauft uns jemand wieder Programme zum Abtippen. Großartig!

Wie passend: 77 MHz
Ist der Commodore 77 ein komplett neuer Spiele-PC? Jein. Technisch handelt es sich nicht um einen Mini-PC mit einem C64-Emulator. Die Cyberpunk-Edition setzt wie der Commodore 64 Ultimate auf einen FPGA (Field Programmable Gate Array), also einem programmierbaren Logikbaustein.
Das heißt: Es wird die ursprüngliche C64-Hardware in programmierbarer Logik nachgebildet. Das Ziel ist eine wesentlich hardwarenähere Reproduktion des Originals als bei einer klassischen Software-Emulation.
All das ist technisch easy möglich. Im Commodore 77 steckt schließlich ein AMD Artix-7 XC7A100T-Prozessor. Commodore spricht von Geschwindigkeiten von bis zu 77 MHz – wie passend zur Cyberpunk-2077-Ausgabe. Der ursprüngliche C64 arbeitete dagegen mit nur etwa einem Megahertz.
Was ist mit der Kompatibilität?
Die neue Maschine soll trotz der angepassten Hardware mit der gesamten, klassischen C64-Welt kompatibel bleiben. Commodore selbst spricht von mehr als 99,9 Prozent Kompatibilität mit über 10.000 Spielen und vorhandener C64-Peripherie. So sollte es kein Problem sein, das kürzlich erschienene Lemmings Reloaded zu spielen.
Mit anderen Worten: Das Ding sieht futuristisch aus, soll aber auch weiterhin Software aus einer Zeit starten, in der ein Telefon noch ein Kabel hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten würde das Retro-Revival wenig Sinn machen.

Commodore gibt es doch gar nicht mehr, oder?
Du möchtest den C77 kaufen? Dann kannst du das über den Commodore-Onlineshop tun. Da kriegst du das Sammlerstück für rund 320 Euro. Das heißt: Wenn du www.commodore.net besuchst, bekommst du den Eindruck, als wäre Commodore nie Pleite gegangen und auch nie verschwunden.
Auf der Website bezeichnet sich das Unternehmen als Heimat des „only original Commodore“. Das ist marketingtechnisch geschickt. Historisch ist die Sache komplizierter. Denn das Unternehmen Commodore, das den PET, VC-20, C64 und später die Amiga-Rechner baute, ging 1994 unter. Danach wanderten Name, Markenrechte und andere Überreste über verschiedene Besitzer.
Die heutige Commodore International Corporation wurde erst 2025 in Delaware neu gegründet. Eine Gruppe um Christian „Peri Fractic“ Simpson, einem Retro-YouTuber, übernahm anschließend die verbliebenen Commodore-Marken und -Rechte. Damit ist das heutige Commodore nicht dieselbe Firma wie damals in den guten, alten Zeiten.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Auf den ersten Blick ist die Kombination absurd. Ein Computer von 1982 trifft auf ein Videospiel über das Jahr 2077. Doch genau darin steckt der Reiz.
Braucht man(n) also einen Commodore 77? Selbstverständlich nicht! Für E-Mails ist er unpraktisch. Für Excel ebenso. Instagram, Youtube, Tiktok laufen nicht. Aber all das geht in Ordnung. Denn der C77 ist eine nostalgische Besonderheit, kein Arbeitscomputer.
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Bilder: Commodore.net















