Bier (Bild: Magnific)

Eichbaum stirbt – doch die Bier-Legende soll weiterleben

Die Mannheimer Traditionsbrauerei stellt endgültig den Betrieb ein. Trotzdem soll es das Bier noch geben. Das ist der Grund.

Der letzte Sud ist gebraut

Da steht sie also: die Eichbaum-Brauerei. Mitten in Mannheim. 347 Jahre alt. Eine Legende. Aber pleite. Eine Biergeschichte geht zu Ende.

Im Juli 2026 war es offiziell: Alle Versuche, die insolvente Brauerei zu retten, sind gescheitert. Die Belegschaft hat ihre Kündigungen erhalten. Uwe Aichele, Geschäftsführer von Eichbaum, nannte es die „schwärzeste Stunde der Brauerei”. Und das will etwas heißen bei einer Geschichte, die bis ins Jahr 1679 zurückreicht.

Doch Eichbaum stirbt nicht. Nicht ganz. Die Marke wird weiterleben. Nur nicht mehr an ihrem angestammten Ort. Park & Bellheimer, eine Brauerei aus Pirmasens, hat die Rechte übernommen und wird das Bier weiterbrauen.

Warum das kein Grund zum Jubeln ist

Ja, die Marke bleibt bestehen. Das Bier wird weiterhin im Supermarkt und in der Kneipe erhältlich sein. Aber mal ehrlich: Ist das wirklich ein Sieg? Die Brauerei selbst ist Geschichte. Die Arbeitsplätze sind weg. Und die neue Braustätte, die Park & Bellheimer bauen wollen, ist erst einmal nur ein Versprechen.

Ein Versprechen, das das Konzept einer Erlebnisbrauerei beinhaltet. Das heißt, das Brauen von „Eichbaum 2.0” soll zu einem Event werden. Klingt nach einem Plan. Aber irgendwie auch nach einer Notlösung.

Die Pleite ist kein Einzelfall

Eichbaum ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Die deutsche Brauwirtschaft erlebt seit Jahren schlechte Zeiten. Der Bierabsatz sinkt kontinuierlich. Zwar brachte der Juni ein Plus von 5,2 Prozent, doch das reicht nicht für eine Trendwende. Es machen immer mehr Brauereien in Deutschland dicht, weil die Deutschen weniger trinken. Und weil parallel dazu die Produktionskosten nach oben schießen.

Es findet also ein „tiefgreifender Konsolidierungsprozess“ statt, wie es BWLer ausdrücken würden. Übersetzt heißt das: Es findet ein Brauereisterben statt. Experten gehen davon aus, dass auch weitere bekannte Marken – siehe Eichbaum – davon betroffen sein werden.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Die Reaktionen reichen von „Igitt, was für eine Plörre!” bis „Hmmm, lecker, genau mein Geschmack!”

Ob dir ein Eichbaum-Bier schmeckt oder nicht, ist Geschmackssache. Sicher ist jedenfalls: Ein Stück deutsche Biergeschichte wurde beerdigt. Ob das Revival gelingen wird, steht noch in den Sternen.

Sicher ist ebenso: Alle Deutschen trinken Bier, Tag und Nacht – dieses Klischee stimmt schon lange nicht mehr. Der Konsum von Hopfengetränken sinkt seit Jahren kontinuierlich. Bye, bye, Biernation.

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Bild: Magnific AI

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