Bargeld kritisch betrachtet (Bild: Magnific)

Geld-Mythos: Mit Bargeld kann man anonym bezahlen – stimmt das?

Bargeld wird nicht überwacht, deshalb kann man damit unbeobachtet seine Geschäfte machen – heißt es. Ist das wirklich so?

Nur Bares ist Wahres! Oder???

Du stehst an der Supermarkt-Kasse, ziehst einen Schein aus deinem Geldbeutel und denkst: Endlich mal was, das keiner trackt. Keine App, keine Karte, keine Daten. Nur du und dein Geld. Daher vermeidest du es, mit deiner EC-Karte oder deinem Smartphone zu bezahlen. Zudem setzt du dich vehement dafür ein, dass das Bargeld nicht verschwindet. Nur Bargeld ist wahre Freiheit, denkst du.

Doch wir müssen dir sagen: Falsch gedacht! Deine Geldscheine sind schon längst kein anonymer Begleiter mehr. Deine Transaktionen werden getrackt – teilweise genauso wie ein Einkauf per Karte.

Wie dein Geldschein zum Spion wird

Wie jetzt? Wie kann ein Stück Papier deine Geldgeschäfte ausspionieren? Ganz einfach: Jeder Euro-Schein trägt eine einzigartige Seriennummer. Zwei Buchstaben, zehn Ziffern.

Klingt harmlos. Ist es aber nicht. Moderne Parkautomaten, elektronische Kassen, Geldzählmaschinen in Banken oder Einzahlungsautomaten lesen diese Nummern automatisch aus. Manchmal werden sogar Zeit und Ort mitgespeichert.

Deine Scheinchen haben also eine Art digitalen Fußabdruck. Der führt direkt zu dir. Oder zumindest zu den Orten, an denen du warst. Mehr dazu in diesem Video:

Wer trackt da eigentlich?

Die Antwort: Fast jeder, der mit Bargeld zu tun hat. Banken, Geldtransporter, sogar die Bundesbank. Die nutzen das Tracking vor allem, um Geldwäsche, Automatensprengungen oder Lösegeldforderungen auf die Spur zu kommen.

Klingt erstmal gut. Doch es gibt auch Firmen, die Seriennummern sammeln und analysieren – manchmal sogar im Auftrag von Ermittlungsbehörden. Und dann sind da noch die neugierigen Zeitgenossen, die aus Spaß an der Bargeld-Überwachung teilnehmen. Ja, die gibt’s wirklich.

Datenschützer schlagen Alarm

Während die einen jubeln, weil Kriminelle leichter gefasst werden können, warnen andere vor einer neuen Form der Massenüberwachung. Denn wenn alle Seriennummern systematisch erfasst und verknüpft werden, wird’s eng.

Die Bundesbank betont zwar, dass der Schutz der Privatsphäre ein wichtiges Prinzip bleibt und es keine flächendeckende Erfassung gibt. Aber die Technik ist da. Sie wird zudem immer besser.

Bargeld / Geldscheine (Bild: Magnific)
Bargeld ist nicht anonym. Die Geldströme werden auch hier immer genauer erfasst und überwacht.

Was bedeutet das für dich?

Du musst jetzt nicht in Panik verfallen. Nicht jeder Schein, den du in die Hand nimmst, wird sofort mit deinem Namen verknüpft. Aber: Die vermeintliche Anonymität von Bargeld ist längst nicht mehr grenzenlos. Besonders bei größeren Beträgen oder in Verdachtsfällen wird’s eng.

Und: Je mehr Geräte mitmachen, desto leichter lässt sich nachvollziehen, wo dein Geld war. Damit auch, wo du warst. Wie bei einer Kreditkarte oder beim Bezahlen über Apple Pay oder PayPal.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?

Bargeld war immer das letzte Refugium für alle, die nicht getrackt werden wollen. Doch die Zeiten ändern sich. Der Staat, Banken und Unternehmen haben dafür gesorgt, dass die Grenzen zwischen Bargeld und digitalem Payment immer mehr verschwimmen.

Nur Bares ist Wahres … diese Einstellung wird damit obsolet.


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Bilder: Magnific AI

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