Sind Männer wirklich so gestrickt, wie immer behauptet wird – oder eher nicht? Eine Studie bringt sehr interessante Erkenntnisse ans Tageslicht.
Die Frage, die sich jeder Mann irgendwann stellen muss
Kegelabend, dritte Runde. Das Bier fließt, das Spielen wird immer uninteressanter und die Gespräche immer lockerer. Einer deiner Jungs bringt deshalb ein Thema auf, das ihn interessiert: Po oder Busen – worauf schaut ein Mann zuerst bei einer Frau?
Sofort entstehen zwei Lager. Das kennst du wahrscheinlich. Verständlich, seit Jahrzehnten dreht dieses Diskussionsthema seine Runden bei Männerabenden, in Umkleiden, Kneipen und WG-Küchen. Doch niemand hat je eine wissenschaftlich fundierte Antwort geliefert. Bis jetzt!
Ein Psychologe aus Norwegen nahm sich der Frage an, die schon ganze Generationen von Männern beschäftigte. Und Mehmet Mehmetoglu ging dem Thema nicht mit Bauchgefühl, sondern mit Zahlen und Statistiken nach. Das Ergebnis ist erstaunlich ehrlich.
So lief die Studie. Und das steckt dahinter.
Mehmet Mehmetoglu von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim befragte für seine Studie namens „Buttocks or Breasts? Identifying Latent Subgroups in Male Preferences for Female Bodily Features“ knapp 400 norwegische Männer online. Die Männer sollten auf einer Skala von ein bis fünf angeben, wie wichtig ihnen Po und Busen bei einer Partnerin sind. Eins hieß „komplett egal“, fünf stand für „sehr wichtig“.
Der Forscher nutzte für die Auswertung ein statistisches Verfahren namens Latent Class Analysis (LCA). Das klingt nach Aktenkram, bedeutet aber etwas Nützliches: Der Methode ist es egal, was die Leute glauben. Sie sortiert stattdessen die Antworten in Gruppen ein, die es wirklich gibt.

Was kam raus? Vier Typen von Männern
Nicht reinschwatzen, nicht runden, nicht schönfärben. Die Daten sprechen für sich. So das Credo der LCA-Methode. Die Auswertung förderte daher vier Gruppen zutage.
1️⃣ Die größte Fraktion, zu der 53 Prozent der Befragten gehörten, ist laut der Studie stark körperorientiert. Diese Männer bewerten Po und Busen als sehr wichtig – mit Durchschnittswerten von 4,4 fürs Gesäß und 4,1 für den Busen.
2️⃣ Weitere 20 Prozent sind moderat körperorientiert und geben beiden Merkmalen solide 3,2 Punkte. Das ist die Fraktion der entspannten Realisten. Das heißt: Schön ist schön, aber kein Kriterium, über das man sich den Abend lang streitet.
3️⃣ Dann kommt die interessanteste Gruppe: 18 Prozent der Befragten zeigten eine klare Po-Orientierung. Für diese Männer ist das Gesäß mit 4,5 Punkten der heilige Gral, während der Busen mit mageren 2,5 Punkten abfällt.
4️⃣ Und die restlichen 9 Prozent? Sie gehören in die Kategorie „körperunorientiert“. Diese Männer schauen weder auf den Busen, noch auf den Po. Sie gucken vermutlich zuerst in die Augen. Oder auf die Haare. Keine Ahnung, die Studie sagt dazu nichts.
Warum es die „Boobs only“-Fraktion nicht gibt
Jetzt kommt der Knüller der ganzen Studie: Mehmetoglu erwartete eigentlich, eine eigenständige Busen-Fraktion zu finden. Fehlanzeige! In keinem statistischen Modell tauchte eine Gruppe auf, die den „Vorbau“ dem Po vorzieht.
Das heißt: Männer, die in der Umfrage die Brüste hoch bewerteten, bewerteten bei einer Frau auch das Gesäß als wichtig. Immer. Ohne Ausnahme.
Hättest du das gedacht? Vermutlich nicht, oder?
Wie kommt es zu dem Ergebnis?
Der Forscher vermutet, dass die Präferenz fürs Gesäß tiefer in der evolutionären Entwicklung verwurzelt ist. Hinterteile gibt es – grob gerechnet -, seit es Menschen gibt. Die Herren der Schöpfung könnten demnach an der Silhouette allein genug evolutionäre Hinweise auf Jugend und Fruchtbarkeit ablesen.
Der pralle Busen ist evolutionär gesehen ein relativ neues „Zubehör“. Daher wird er – so vermutet Mehmetoglu – nicht losgelöst vom Po betrachtet, sondern immer in Kombinationen. Das denkt der Norweger. Beweisen kann er es nicht.

Der kleine Haken an der ganzen Geschichte
Die Studie hat ein paar Ecken und Kanten, die du kennen solltest. Eine Sache ist: Die genau 395 Befragten waren im Schnitt nur 22,8 Jahre alt. Und über 60 Prozent von ihnen waren zum Befragungszeitpunkt Single. Ob ein 45-jähriger Familienvater mit 25 Jahren Beziehung ähnlich tickt wie ein 23-jähriger Student? Wahrscheinlich nicht.
Dazu kommt: Befragt wurden nur Männer in Norwegen. Norwegen ist ein Land, das sehr modern und gleichberechtigt lebt. Mehmetoglu betont deshalb, dass die Ergebnisse am besten auf ähnliche Gesellschaften übertragbar und nicht weltweit gültig sind.
Last but not least: Die Männer haben selbst angegeben, wie wichtig ihnen die jeweiligen Merkmale sind. Das sagt jedoch nichts über ihr tatsächliches Verhalten bei der Partnerwahl aus. Denn wie wir wissen, sind das, was die Leute sagen, und das, was die Leute tun, zwei Paar Schuhe.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Der uralte Streit hat somit vorläufig einen Sieger: den weiblichen Po. Die reine Busen-Fraktion ist demnach ein Mythos, genauso wie der Yeti. Das besagt zumindest die kleine, aber feine Studie aus Norwegen. Aber Sie ist weder repräsentativ noch allgemein gültig. Damit ist sie die ideale Grundlage für viele weitere Diskussionen unter Männern.
Übrigens: Was ist dein Favorit? Hinterteil oder Vorbau? Hinterlasse deine Meinung hier gerne als Kommentar!
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Bilder: Magnific AI















