Von AUTO BILD bis ADAC: Der Cupra Raval sammelt starke Noten und überzeugt die Tester. Aber es gibt einen Haken, den du kennen solltest.
Welche Noten bekam der Cupra Raval ?
Elektro-Kleinwagen. Dieses Wort klingt nach Vernunft. So wie Steuererklärung und Schuheinlagen. Cupra hat zum Glück beschlossen, dass es auch anders geht!
Der neue Raval ist nur rund vier Meter lang, fährt ausschließlich elektrisch und soll trotzdem so etwas wie der kleine Rabauke der neuen VW-Elektrofamilie sein. Entscheidend ist aber nicht, was Cupra darüber erzählt. Entscheidend ist, was passiert, wenn Autotester den Schlüssel bekommen.
Und? Es sieht für den kleinen Spanier extrem gut aus. AUTO BILD vergibt die Note 1,8, Carwow 8 von 10 Punkten, InsideEVs 7 von 10. ADAC, AUTO ZEITUNG sowie Auto Motor und Sport verzichten zwar auf eine Zahl, war beim Fahren aber ebenfalls ziemlich angetan.
AUTO BILD: Sieg gegen den Mini
Besonders interessant ist der Test von AUTO BILD. Denn hier durfte der Raval nicht bloß ein bisschen durch Spanien cruisen, sondern musste als 211 PS starke Endurance-Version direkt gegen den Mini Aceman SE antreten.
Das Ergebnis: 586 zu 554 Punkte für den Raval. Testnote 1,8. Der Mini landet mit 2,1 dahinter.
Vor allem bei Verbrauch und Reichweite haut der Raval einen raus. Auf der 155 Kilometer langen Testrunde genehmigte er sich inklusive Ladeverlusten 13,7 kWh pro 100 Kilometer. Daraus errechnete AUTO BILD eine Reichweite von 403 Kilometern. Der Mini kam nur auf 321 Kilometer.
Beim Fahrspaß liegt der Cupra ebenfalls vorne. Er beschleunigte im Test von 0 auf 100 km/h in 6,8 Sekunden und bremst aus Tempo 100 kalt nach 34 Metern. Beeindruckend!
Entsprechend deutlich fällt das Urteil aus: „Unterm Strich fährt der Raval sich lebhafter und entpuppt sich als das modernere Auto“ – so die Bewertung im Duell gegen den Mini.
ADAC: Der kleine Spanier kann tatsächlich Kurven
Beim ADAC stand die 226 PS starke VZ-Version auf dem Prüfprogramm. Wer befürchtet hat, Cupra habe einfach ein paar aggressive Schürzen an einen braven Elektro-Kleinwagen geschraubt, darf sich entspannen.
Der ADAC beschreibt den Raval als erstaunlich leichtfüßig. Das Sperrdifferenzial an der Vorderachse hilft dabei, die Leistung auf die Straße zu bringen. Die direkte Lenkung sorgt für Präzision. Ein Untersteuern tritt laut Fahrbericht erst auf, wenn man es wirklich übertreibt.
Das knackige Fazit: „Der Spanier hat Temperament und das Zeug zum Spaßgaranten.“
AUTO ZEITUNG: Viel Grip, viel Kofferraum
Auch die AUTO ZEITUNG lobt insbesondere Fahrwerk und Traktion. Auf kurvigen Landstraßen soll der VZ erstaunlich lange neutral bleiben. Selbst dort, wo typische Fronttriebler bereits übers Vorderrad schieben, hält der Mini-Cupra seine Linie.
Dazu kommt etwas, das beim ganzen Sportgedöns fast untergeht: der Platz. Der Kofferraum fasst 441 Liter. Für ein Auto von nur 4,05 Metern Länge ist das eine Ansage.
Das Blatt schreibt deshalb: „Das spanische Fahrspaß-Versprechen löst der ‚MEB+‘-Erstling also zweifelsohne ein.“
8 von 10 bei Carwow – aber nicht ohne Gemecker
Carwow gibt dem Raval 8 von 10 Punkten. Gelobt werden unter anderem das One-Pedal-Drive, der große Kofferraum und die Android-basierte Software.
Allerdings sieht Carwow beim Cupra Raval VZ einen deutlicheren Haken als manche Kollegen. Die Abstimmung sei ziemlich hart, selbst im Comfort-Modus. Außerdem kommt der Frontantrieb mit der Leistung offenbar nicht in jeder Situation so souverän zurecht wie erhofft.
Beim Verbrauch wurden während einer gemischten Testfahrt 16,5 kWh pro 100 Kilometer gemessen. Daraus ergeben sich etwa 315 Kilometer reale Reichweite. Die Endurance-Variante mit größerer Batterie kommt, wie oben gesagt, deutlich weiter.
Das Reichweiten-Ergebnis passt ziemlich genau zum Bild der AUTO ZEITUNG: Wer den VZ artgerecht scheucht, sollte nicht ernsthaft mit 400 Kilometern am Stück rechnen.

InsideEVs findet den wunden Punkt
Auch InsideEVs ist vom Raval VZ begeistert. Die Tester waren von der Fahrdynamik überzeugt. Der kleine Stromer lässt sich demnach punktgenau durch Kurven treiben und vermittelt ein echtes Hot-Hatch-Gefühl. Bei einer 153 Kilometer langen Runde rund um Barcelona zeigte der Bordcomputer lediglich 14,1 kWh pro 100 Kilometer an.
Trotzdem reicht es nur für 7 von 10 Punkten. Warum? Schuld ist das liebe Geld. Das Urteil könnte kaum klarer sein: „Der Raval VZ ist einfach viel zu teuer.“
Genau dieser Punkt zieht sich durch mehrere Fahrberichte. Der Raval an sich überzeugt. Doch sobald aus dem bezahlbaren Elektro-Kleinwagen ein voll ausgestatteter VZ wird, bewegt sich der Preis in Regionen, in denen dein Geldbeutel aufschreit.
Auto Motor und Sport: Sportlich, aber nicht hart
Trotz Sportfahrwerk soll selbst die Comfort-Stufe tatsächlich komfortabel sein, sagt die Auto Motor und Sport. Die Tester bescheinigen dem Auto eine harmonische Abstimmung und ordentliche Platzverhältnisse im Fond.
Cupra hätte aus dem Raval also problemlos eine knüppelharte elektrische Krawallbüchse machen können. Hat man aber nicht. Gut so. Daher bekam der flotte Spanier viel lobende Worte.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Der Raval scheint genau das zu schaffen, woran viele kleine Elektroautos scheitern: Er ist nicht nur vernünftig, sondern macht offenbar richtig viel Spaß. Gleichzeitig ist die surrende Karre sparsam (aber kein Stromsparwunder-Auto), der Kofferraum recht groß und das Auto kompakt genug für den Alltag.
Der hochgelobte Zwerg bringt also die oft kritisch beäugte E-Mobilität nach vorne. Damit schlägt er in die gleiche Kerbe wie der Fiat Topolino Sport, der ebenfalls zeigt, wie ansprechend kleine Stromer heute sein können.
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Bilder: Cupra/Magnific AI









