Just Cause 4 zelebriert schnelles Geballer mit satten Explosionen in einer beeindruckenden Welt. Doch die Zerstörungsorgie besitzt auch ein paar nervige Schattenseiten.
Hirn aus, Wumme an!
Du willst dein Hirn abschalten und dafür deinen Zeigefinger zum Glühen bringen? Dann wird’s Zeit für ein Action-Game! Und willst du auch nicht 60, 70 oder gar 80 Euro ausgeben? Dann solltest du in die digitale Grabbelkiste blicken und Ausschau nach Just Cause 4 halten.
„Just Cause 4? Ist das nicht etwas angestaubt?“, werden nun passionierte Ballerfreunde sagen. Ja, Just Cause 4 hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Doch es ist keinen Tag gealtert. Denn das, was dich hier erwartet, kann sich sehen lassen!
Deshalb haben wir uns den Titel zum kleinen Preis besorgt und nochmals mehrere Stunden gezockt. Danach war klar: In 4M, deinem Männermagazin, muss ein Nachtest erscheinen. Unbedingt!

Darum geht es in Just Cause 4
Wo Rico Rodriguez auftaucht, bleibt kein Stein auf dem anderen. Er ist zudem ein Superheld wider Willen. Bereits zum vierten Mal muss er den bösen Herrscher eines Inselstaates stürzen – und das mit Gewalt, logo. Zugegeben, die Story von Just Cause 4 gewinnt keinen Blumentopf. Auch spielerisch bietet dir das PC- und Konsolenspiel nichts weltbewegend Neues. Trotzdem macht es jede Menge Spaß!
Vereinfacht kann man sagen, das neue Just Cause spielt sich wie seine Vorgänger. Klar, hier und dort haben die Entwickler ein paar neue Features eingefügt (zum Beispiel besitzt der Greifhaken mehr Funktionen als bisher) und die Grafik noch aufpoliert. Oh ja, die Grafik. Selbst auf der normalen PS4, die mittlerweile als „oldschool“ gilt, ist die Optik noch ein echtes Schätzchen. Laien sehen hier keinen Unterschied zur Playstation 5 oder Xbox Series X/S.
Warum? Du wanderst durch dicht bewachsene Dschungel und schaust dir von Bergkuppen ganz kitschig romantische Sonnenuntergänge an. Die satten Explosionen wirken zudem so, als stammen sie aus der Special-Effects-Abteilung eines Hollywood-Studios. Von Letzteren kriegst du wahrlich viele zu sehen. Wenn du in der Haut von Rico richtig aufdrehst, kracht und wummst es, dass es eine wahre Freude ist.
Mach kaputt, was dich kaputt macht!
In eine Basis eindringen, mit bleiernen Grüßen die Wachmänner umnieten, Raketenwerfer zücken – und bumm – schon explodiert ein Gaskessel. Und eine Satellitenschüssel. Und ein Stromgenerator. Und ein Panzer. Und eine Batterie von Fässern. Und, und, und. Erneut kannst du dich – wie man es von der Just Cause-Serie kennt – in der großen Welt voll austoben.
Mit „groß“ ist wirklich groß gemeint. Der Inselstaat fällt weiträumig aus. Das heißt, die Städte, Dörfer und feindlichen Basen liegen weit auseinander. Um sie zu erreichen, kannst du zu Fuß hinlaufen – was die schlechteste Wahl ist. Besser, du verwendest deinen Greifhaken, nimmst Schwung und öffnest deinen Fallschirm.
Stehst du auf einem Berg, kannst du den Wingsuit einsetzen. Oder du kaperst ein Gefährt wie einen Sportwagen, ein Motorrad oder einen Panzer, um von A nach B zu kommen. Auch Jetskis oder Passagierflugzeuge kannst du lenken. Oder du rufst dir einfach einen Helikopter.

Es gibt viel zu tun – und irgendwie auch wieder nicht
In der farbenfrohen Welt gibt es allerlei Missionen, die auf dich warten. Aber schon bald fällt dir auf, dass Just Cause 4 eigentlich nur zwei Aufgabentypen zu bieten hat: Entweder sollst du dein Geschick beweisen, indem du mit Fahrzeugen durch Ziele fährst und mit Flugvehikeln fliegst. Oder du bringst deine Wummen zum Glühen, indem du in – meist gigantische – feindliche Basen eindringst und alles zu Kleinholz verarbeitest.
Erfüllst du die Missionen und lässt du es dabei ordentlich krachen, verschiebst du die Front zwischen den beiden verfeindeten Parteien. Denn auf der Insel herrscht Bürgerkrieg. Um Rache geht es auch. Das alles wird dir in den Zwischensequenzen erzählt. Die hätten sich die Entwickler wie auch die hanebüchene Story von Just Cause 4 eigentlich sparen können. Egal, ein Rambo-Film lebt ja auch nicht von den tiefsinnigen Dialogen.

4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Platte Story, dumme Sprüche, geniale Optik und jede Menge Wumms: So waren die Action-Filme der 80er- und 90er-Jahre gestrickt. Und genau so ist auch Just Cause 4!
Ja, zugegeben, Just Cause 4 ist eigentlich ein schickeres Just Cause 3, das ein schickeres Just Cause 2 war, das wiederum schicker als Just Cause 1 ausfiel. The same procedure as every time. Aber genau das macht die Serie so sympathisch und irgendwie zeitlos. Zeitlos gut. Zeitlos unterhaltsam. Zeitlos bleihaltig. Boooom!
Doch ein bisschen Kritik muss auch sein: Irgendwann rocken die fetten Explosionen nicht mehr. Du willst mehr. Mehr Abwechslung, mehr Tiefgang. Den bietet Just Cause 4 leider nicht. Bis du an diesen Punkt kommst, hast du allerdings jede Menge Spaß gehabt.
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Bilder: Square Enix, Google Gemini