Seit Jahrzehnten gehören die Tribbles zum Star-Trek-Universum. Jetzt wird wieder eine alte, dunkle Geschichte hervorgekramt.
Erst einer. Dann zwei. Dann ist die Bude voll.
Da sitzt Captain Kirk auf seiner Enterprise. Er schaut ungefähr so begeistert drein wie ein Mann, der gerade entdeckt hat, dass im Keller nicht eine Maus wohnt, sondern Zehntausende.
Verständlich: Kirk sieht Tribbles. Überall Tribbles. Auf dem Tisch. Im Schrank. In den Lüftungsschächten. Vermutlich auch dort, wo Scotty eigentlich seinen Whisky versteckt. Seit der Folge „Kennen Sie Tribbles?“ von 1967 kennt jeder halbwegs sattelfeste Trekkie die flauschigen Fellkugeln.
Eigentlich muss man die Tribbles lieben. Sie sehen aus wie Meerschweinchen ohne Beine und Gesicht. Sie gurren nett und sind beruhigend. Alles weckt den Beschützerinstinkt.
Das Problem: Tribbles fressen. Und vermehren sich. Und fressen. Und vermehren sich. Und fressen … du erkennst das Muster.

Eine Milliarde Tribbles. Was soll da schon schiefgehen?
Die Tribbles werden bei Raumschiff Enterprise und Deep Space Nine zwar als süße, aber knuffige Gefahr gezeigt. Das war’s. Schade. Eigentlich steckt darin sehr viel Potential für unzählige Geschichten.
Das dachten sich auch Stuart Moore und Mike Hawthorne. Sie erschufen gemeinsam den Comic Star Trek: Alien Spotlight – Tribbles*. Er erschien bereits 2009. Kaum einer kennt die Graphic Novel und die recht düstere Story darin.
Zum aktuellen 60. Geburtstag von Star Trek taucht aber das Tribbles-Comic auf immer mehr Webseiten auf. Das hat auch unser Interesse geweckt.

Um was geht es in dem Tribbles-Comic?
Die Handlung entführt dich nach Serjilla IV. Hierbei handelt es sich um eine verlassene Welt, auf der offenbar niemand mehr zu Hause ist. Niemand außer den Tribbles. Sehr, sehr vielen Tribbles! Der ganze Planet wurde von den Fellknäueln überrannt.
Dann kracht dort ein menschlicher Frachter herunter. Klingonen mischen in der Bildergeschichte natürlich auch noch mit. Sie stehen ungefähr einer Milliarde hungriger Tribbles gegenüber. Gefahr!
Warum? Der Comic macht deutlich, dass die Tribbles für den öden Planeten und das Aussterben der Bewohner verantwortlich sind. Wie genau das ablief, wird nicht haarklein erklärt. Aber die Logik ist klar: Setz eine sich explosionsartig vermehrende Spezies ohne ausreichende natürliche Feinde in ein Ökosystem. Recht schnell wird aus „Oh, wie süß!“ ein ziemlich ausgewachsenes Ressourcenproblem.
Mehr zur Fortpflanzungskatastrophe der Tribbles erfährst du hier:
Kirk hatte also noch Glück
Das macht die klassische Tribbles-Folge und das fantastische DS9-Remake rückblickend sogar noch besser. Kirk hatte damals nämlich kein niedliches Haustierproblem. Er erlebte möglicherweise den Anfang einer biologischen Invasion.
Auf einem Raumschiff ist die Sache schon katastrophal genug. Nahrungsvorräte verschwinden, technische Bereiche werden vollgestopft und überall liegen Fellkugeln herum. Auf einem ganzen Planeten fehlen dagegen Türen, Schleusen und Scotty, der das Problem kurzerhand woandershin beamen kann.
Genau darin steckt der ziemlich subtile Horror der Tribbles: Sie wollen eigentlich gar nichts Böses. Keine Weltherrschaft. Keine Rache. Kein galaktisches Imperium. Sie wollen nur fressen und Nachwuchs bekommen.
Mehr nicht. Das macht sie aber nicht minder gefährlich. Somit sind die Tribbles – überspitzt gesagt – eine süße, kuschelige Form der Borg. Nur ohne Technik. Und ohne Ansagen wie „Widerstand ist zwecklos“!

Ganz offiziell? Nun ja …
Bei aller Freude über die angeblich bestätigte, düstere Tribbles-Theorie gehört allerdings ein Sternchen an die Sache. Alien Spotlight – Tribbles ist und war zwar ein offiziell lizenzierter Star-Trek-Comic. Memory Beta, die ultimative Online-Bibel der Trekkies, führt solche Geschichten aber ausdrücklich als Teil des nicht-kanonischen, erweiterten Universums.
Die Geschichte gehört somit zum Lizenzmaterial, spielt aber nicht in der gleichen Liga wie die Filme und Serien! Die Story hat somit nur den Status „halb wahr“.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Klingonen haben Kanonen. Romulaner haben Tarnvorrichtungen. Die Borg haben Technik. Und die Tribbles? Sie haben mächtig Hunger. Das macht diese Bedrohung irgendwie absurd und genial zugleich.
Schade, dass man den haarigen Biestern nicht mehr Geschichten spendiert hat. Nun ja, vielleicht kommt das ja noch mit Star Trek One oder anderen Serien? Warten wir’s ab.
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Bilder: Magnific AI















