700 Meter aus Edelstahl. Klingt unspektakulär für eine Rodelbahn. Trotzdem ist der Loreley-Bob einen Besuch wert!
Eine Rodelbahn für Einsteiger
Langsam geht es los. Ja, man könnte auch das Wort „gemütlich“ verwenden. Du sitzt auf deinem kleinen Schlitten und schaust dich um. Links siehst du einen Spielplatz und einen Pit-Pat-Parcours. Rechts eine große Wiese, einen Wanderweg … und ein Stück der Rodelbahn. Der Rodelbahn, auf der du dich gerade befindest.
Nach ein paar Minuten ist das Sightseeing beendet. Dann geht es los. Zuerst wieder ruhig und langsam. Doch nach 100 Metern hast du richtig Fahrt aufgenommen. Du braust durch Links- und Rechtskurven, preschst unter einer Brücke durch, grinst kurz für eine Fotostation. Dann geht es ganz schnell nach links, rechts, links, rechts, in eine letzte Steilkurve … uuuuuuund: Finale!

Die Daten klingen wenig spektakulär
Der Loreley-Bob ist keine gigantische Alpen-Achterbahn. Die Bergab-Strecke misst rund 700 Meter, der Höhenunterschied beträgt 60 Meter. Zirka fünf größere Kurven und ein paar kleinere Richtungswechsel sorgen dafür, dass du unterwegs hellwach bleibst.
Ja, die Abfahrt im Loreley-Bob ist kurz. Sie dauert geschätzt rund drei bis vier Minuten. Also so viel wie eine längere Achterbahnfahrt. Sie fällt nur nicht so rasant aus. Wobei schon Geschwindigkeiten von 30 bis 35 km/h drin sind.
OK, der Puls von Sommerrodelbahn-Kennern mag sich bei der Bobstrecke an der Loreley kaum erhöhen. Aber Kinder und Bob-Einsteiger ziehen öfter an der Bremse, als sie vorher gedacht haben.
Was für ein Spaß! Unten heißt es sofort: Nochmal! Nochmal! Nochmal! Nochmal! Und dann reihst du dich erneut in die Warteschlange von begeisterten Besuchern ein.
Keine Rekordbahn. Zum Glück.
Wer Deutschlands längste Sommerrodelbahn sucht, ist beim Loreley-Bob falsch. Strecken wie Hasenhorn und Alpsee spielen mit Strecken von mehreren Kilometern in einer anderen Liga. Auch anderswo gibt es längere und technisch aufwendigere Anlagen.
Der Loreley-Bob gewinnt diesen Vergleich nicht mit Zahlen. Er gewinnt mit Charakter. Und das in einer Umgebung, die einzigartig ist. Genau deshalb war der Bau auch ziemlich umstritten.

Das Verrückte ist der Ort
Der Loreley-Bob liegt – wie es der Name schon vermuten lässt – auf dem Loreley-Plateau. Das Plateau ist berühmt für seine atemberaubende Aussicht über den Rhein und die steilen Schieferfelsen, die den Fluss eng einrahmen. Hier entstand die legendäre Loreley-Sage. Sie erzählt von einer verführerischen Nixe, die mit ihrem Gesang Schiffer in den Tod lockte. Auch Zwerge soll es in den Felsen geben, sagt man.
Die einzigartige Kombination aus Natur, Mythos und Geschichte macht den Ort zu einem der bekanntesten und faszinierendsten Punkte am Rhein. Er ist weltbekannt und wird daher von Touristen aus aller Herren Länderbesucht. Absolut verständlich.
Hier steht die Bahn mitten in einer Landschaft, die zum UNESCO-Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ gehört. Ein paar Schritte weiter blickst du über den Rhein, steile Hänge und eine Gegend voller Burgen, Weinberge und Rheinromantik. Genau deshalb war die Bahn so umstritten.

Nach jahrelanger Planung wurde die Loreley-Bobbahn 2013 eröffnet. Noch im selben Jahr verlangte das Welterbe-Komitee ihren Abbau. Vor Ort regte sich Widerstand, Bürger und Kommunalpolitiker demonstrierten für den Erhalt. Die Bahn blieb. Bis heute ist sie eine beliebte Attraktion, die Jung und Alt anlockt.
Ja, viele Besucher kommen nur wegen dem Loreley-Bob auf das Plateau. Sie lassen das Loreley-Besucherzentrum, die Bronzefigur der Meerjungfrau und den fantastischen Ausblick links liegen. Sie haben nur eines im Sinn: den Bobspaß.
4M – Das Männermagazin meint dazu …?
Zugegeben, die Headline „Die UNESCO hasste diese Rodelbahn“ ist natürlich zugespitzt. Aber dem Welterbe-Komitee war die Bobstrecke ein Dorn im Auge. Zum Glück waren die Besitzer und Fans hartnäckig, ansonsten wäre das Loreley-Plateau um eine Attraktion ärmer. Das könnte sich heute keiner mehr vorstellen.
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Bilder: Magnific AI, JK















